Der achte Titel rückt immer näher

- Hockenheim - Rotes Jubelfest für Michael Schumacher und ein rabenschwarzer Tag für Fernando Alonso: Ferrari-Star Schumacher hat seine Siegesserie beim Formel-1-Heimspiel in Hockenheim fortgesetzt und kommt dem Traum vom achten WM-Titel immer näher.

Der siebenmalige Weltmeister feierte vor rund 80 000 Zuschauern seinen dritten Triumph in Folge und verkürzte damit in der WM-Wertung den Rückstand auf Titelverteidiger Fernando Alonso auf elf Punkte. Der Spanier, der vor wenigen Wochen noch 25 Zähler Vorsprung hatte, wird bei Schumachers imposanter Aufholjagd offenbar nervös, er schaffte es gestern im Renault nur auf Platz fünf - sein schlechtestes Ergebnis in diesem Jahr nach Indy (ebenfalls 5.). "Ich liege jetzt nur noch elf Punkte zurück, das ist zurzeit die wichtigste Zahl für mich", sagte Schumacher. Ferrari-Technikchef Ross Brawn tönte: "Das war ein großer Schritt, jetzt sind wir dran."

Triumphator Schumacher wurde nach seinem fünften Saisonsieg von seinen Fans mit Böllerschüssen gefeiert. Nach dem 89. Grand-Prix-Erfolg seiner Karriere hat es der 37-Jährige in den verbleibenden sechs Rennen wieder selbst in der Hand, Alonso (der ist seit Samstag 25 Jahre alt) vom Thron zu stoßen. Für Schumacher war es schon der vierte Erfolg in Hockenheim - ebenfalls ein Rekord. "Danke Jungs, tolle Arbeit", sagte Schumacher auf der Ehrenrunde über Ferrari-Funk seiner Mannschaft.

Alonso, erst 23,707 Sekunden nach Schumacher im Ziel, musste einräumen: "Mehr war nicht drin. Wir waren hier einfach zu langsam. Derzeit ist uns Ferrari einen Schritt voraus."

Räikkönen beendet seine schwarze

Serie auf dem Hockenheimring

Zweiter wurde Schumachers Teamkollege Felipe Massa (Brasilien), der damit den zweiten Ferrari-Doppelsieg der Saison perfekt machte. Auf Rang drei fuhr der Trainingsschnellste Kimi Räikkönen (Finnland) im McLaren-Mercedes vor Honda-Pilot Jenson Button (England). Ralf Schumacher verpasste als Neunter im Toyota knapp die Punkteränge.

"Das war ein Super-Job von Kimi, das bestes Ergebnis, das gegen Ferrari und Bridgestone möglich war. Die drei Boxenstopps waren geplant", sagte Mercedes-Motorsportchef Norbert Haug. Angeblich hatte Räikköne Probleme mit der Hydraulik der Servolenkung. Trotzdem kam der Finne bei seinem sechsten Hockenheim-Start erstmals ins Ziel - und dann gleich aufs Podium.

Pech hatten die deutschen Piloten Nico Rosberg und Nick Heidfeld. Für Rosberg war das Rennen schon in der ersten Runde beendet - er flog nach einem Fahrfehler mit dem Williams von der Strecke und rutschte in die Streckenbegrenzung. Der Wiesbadener, der schon im Training einen Unfall gehabt hatte, blieb unverletzt.

Heidfeld musste seinen BMW-Sauber in der 11. Runde in der Box abstellen. "Ich spürte einen Schlag hinten rechts und musste deshalb mit einem platten Reifen zurück zur Box", erklärte der Gladbacher. Da jedoch auch die Bremse etwas abbekommen hatte, war Heidfelds Arbeitstag vorzeitig beendet. "Da war nichts mehr zu machen", sagte der BMW-Pilot.

Am Start behauptete Räikkönen gegen den neben ihm startenden Schumacher seine Pole Position, die er erstmals seit dem 27. August 2005 in Istanbul erobert hatte. Der Finne fuhr bei einer Temperatur von 33 Grad Celsius dann bereits in der zehnten Runde zum ersten Mal in die Box und musste dem Ferrari-Duo Schumacher/Massa die Spitze überlassen. Der Brasilianer hielt seinem wie ein Uhrwerk fahrenden Teamkollegen den Rücken frei. Der nur von Position sieben gestartete Alonso hatte erneut Probleme mit den Reifen und verlor mit jeder Runde mehr als eine Sekunde auf auf Schumacher. Kurz vor Schluss geriet der Spanier sogar kurz von der Strecke ab, bekam seinen Renault aber wieder unter Kontrolle.

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