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Strecken für den Erfolg: Alexander Walkenhorst (li.) ist nicht nur als Organisator aktiv – sondern nimmt an der Beach Liga als Spieler teil. 

Die Beachliga

Alexander Walkenhorst und die Beach Liga: Revolution im Beachvolleyball

  • vonNico-Marius Schmitz
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Nach den Fußballern und den Basketballern nehmen auch die Volleyballer den Spielbetrieb wieder auf. Mit einem einzigartigen Konzept. 

München – „Es wird in den nächsten vier Wochen nur Fußball und Basketball geben“, sagte Herbert Hainer, Präsident des FC Bayern, am Sonntag im Bayerischen Fernsehen. Und in der Tat, die Fußball-Bundesliga hat den „Sonderspielbetrieb“ seit dem 16. Mai wieder aufgenommen, die Basketballer starten ab Samstag in ihr Meisterturnier. Eine Sportart, die in Deutschland häufiger unter dem Radar fliegt, hat Hainer jedoch vergessen.

Vom 13. Juni bis 12. Juli findet die neugegründete „Beach-Liga“ statt und gibt den besten Beachvolleyballern Deutschlands die Gelegenheit, um einen Titel zu spielen. „Die Idee schlummerte schon lange in mir“, sagt Mitorganisator Alex Walkenhorst. In den letzten Wochen hat er mit Athletensprecher Daniel Wernitz und Constantin Adam (Manager des Duos Karla Borger/Julia Sude) in Zusammenarbeit mit der Sportstadt Düsseldorf ein Konzept entwickelt, das den Hygienevorschriften standhält.

Gespielt wird in der Merkur-Arena in Düsseldorf. Die Athleten werden – wie die Basketballer – in einem Hotel unweit der Arena untergebracht. In Kooperation mit dem Gesundheitspartner Cerascreen werden die Sportler eine Woche vor und auch im Laufe der Wettkämpfe regelmäßig auf das Corona-Virus getestet. Für die Männer- und Frauen-Duos gibt es je eine Liga, in der jeweils acht Teams antreten. Die besten vier Mannschaften qualifizieren sich dann für ein abschließendes Final-Four-Turnier.

„Seit dem Olympia-Gold von Julius Brink und Jonas Reckermann spricht man in Deutschland von einem Volleyball-Boom. An den Preisgeldern und Umsätzen merkt man das nicht“, sagt Walkenhorst. Der 31-Jährige hat sich bewusst für die Struktur einer Liga entschieden. Sein Sport werde aktuell zu sehr als Event wahrgenommen, das hier und da mal aufpoppt, aber keine dauerhafte Präsenz hat.

Walkenhorst geht gerne neue Wege. Und kündigt diese auch lautstark an: „Wenn Leute etwas machen, nur weil sie es immer so gemacht haben, macht mich das sauer. Man muss offen für Innovationen sein.“ Die Beach-Liga wird auf der Streaming-Plattform „Twitch“ übertragen. Ohne Anmeldung können alle Spiele kostenfrei verfolgt werden. Die Organisatoren bauen vor allem auf den interaktiven Charakter: Während des Streams können sich die Fans in einem Live-Chat austauschen, an Abstimmungen teilnehmen und nach den Partien direkte Fragen an die Spieler stellen.

Walkenhorst ist sich sicher, dass dies die Zukunft der Sportübertragung ist. Der Sportsoldat orientiert sich an den e-Sportlern, die ihre Wettbewerbe auch über Twitch übertragen. Die Streaming-Plattform sei von der Idee begeistert und habe volle Unterstützung angeboten. Auch der Deutsche Volleyball-Verband steht hinter der Liga: „Medial sehen wir definitiv eine Chance, um dem Beachvolleyball einen Schub zu geben und sich als einen der großen sportlichen Höhepunkte im Sommer 2020 zu etablieren“, sagt Sportdirektor Niclas Hildebrand.

In den letzten Wochen hat Walkenhorst kaum geschlafen. Das wird sich auch vorerst nicht ändern. Aktuell ist er weiterhin auf der Suche nach Sponsoren. Das Grundbudget stehe zwar, Preisgelder kann man sich aber noch nicht leisten. Ab dem 13. Juni nimmt er dann mit Partner Sven Winter selbst an der Liga teil. 

NICO-MARIUS SCHMITZ

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