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Alles auf die Hockey-WM ausgerichtet

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- Leben wie ein Profi, verdienen wie ein Amateur. Dies ist das Los der meisten deutschen Hockeynationalspieler. Auf jeden Fall kann sich Christopher Zeller, der Torjäger des Bundesligisten Münchner SC, über mangelnden Stress nicht beklagen, der dem eines Fußball-Bundesligaspielers gleicht. Besonders das Jahr 2006 lässt dem 21-Jährigen kaum Spielraum für private Interessen.

Seine ganze Aufmerksamkeit gilt der Weltmeisterschaft im September in Gladbach. "Im eigenen Land den Titel zu holen, dies wäre natürlich das Größte", betont der Jura-Student.

Das Vorbereitungs-Programm bis zu den Hockey-Titelkämpfen, die knapp zwei Monate nach der Fußball-WM folgen, ist für Zeller und Kollegen prall gefüllt. Im Dezember absolvierten die deutschen Nationalspieler die Champions-Trophy in Indien. Anschließend ging es sofort mit der Hallen-Bundesliga weiter. Dank der 30 Tore von Zeller gewann der MSC den nationalen Titel und qualifizierte sich für den Europacup. "Wir sind heiß, diesen Titel zum zweiten Mal nach München zu holen, es ist nur schade, dass wir erneut nicht als Ausrichter fungieren können", meint der Nationalspieler, den die internationale Fachpresse kürzlich zum besten "Nachwuchsspieler der Welt" wählte.

Nach dem Budenzauber reiste das Nationalteam nach Südafrika, allerdings ohne Christopher Zeller, der eine Oberschenkelverletzung auskurieren musste. In zwei Wochen wird die Bundesliga-Saison auf Kunstrasen fortgesetzt und der MSC hat aufgrund der aktuellen, schlechten Bodenverhältnisse im heimischen Stadion große Probleme, das Vorbereitungsprogramm durchzuziehen. Die gibt es aber nicht für Zeller, der sich momentan bei einem Lehrgang der Nationalmannschaft in Gladbach aufhält. "Wir können bereits im WM-Stadion trainieren, dies ist eine tolle Sache", sagt Zeller. Doch Bundestrainer Bernhard Peters, den Jürgen Klinsmann als DFB-Sportdirektor engagieren wollte, hat auch noch andere Münchner zu dieser Sichtung eingeladen. Mit dabei sind Max Weinhold, Benedikt Sperling und Maik Günther (alle MSC) sowie Philipp Crone (vom HC Rot-Weiß).

"Sicher waren die Olympischen Spiele in Athen, mit dem Gewinn der Bronzemedaille, der bisherige Höhepunkt meiner sportlichen Karriere, doch die WM im eigenen Lande hat auch einen hohen Stellenwert, die Konkurrenz ist groß, aber wir wollen natürlich den Titel holen", wünscht sich Zeller.

In zwei Wochen geht es für den MSC in der Bundesliga dann mit dem Auswärtsspiel beim Gladbacher HTC weiter, Zeller wird sich dann ganz in den Dienst der Mannschaft stellen. "Wir wollen noch einen Spitzenplatz erreichen", sagt der Goalgetter, der natürlich viele Angebote von in- und ausländischen Spitzenklubs besitzt. Doch die Verantwortlichen des MSC müssen vorerst nicht um ihren "Topspieler" bangen. "Mir gefällt es beim MSC, wir haben eine junge Mannschaft mit großer Perspektive, innerhalb der Bundesliga werde ich sowieso nicht wechseln, sondern höchstens in ein paar Jahren zu einem ausländischen Spitzenklub wechseln", verspricht Zeller. Da könnte das Ausnahmetalent des deutschen Hockeysportes dann auch noch ein paar Euro mehr verdienen als aktuell, als Entschädigung für den enormen Aufwand, über den selbst die Spitzenfußballer stöhnen würden.

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