Der Alleskönner gegen den Star aus Frankreich

- Am Sonntag ist es wieder soweit. Der absolute Saisonhöhepunkt des Riemer Rennjahres steht an. Der Große Dallmayr-Preis, Deutschlands einziges Gruppe-I-Rennen über 2000 Meter, dotiert mit 155 000 Euro plus Besitzer- und Züchterprämien sowie ein grandioses sportliches Rahmenprogramm werden wieder die Massen zur größten Kaffee-Party der Welt auf die Münchner Galopprennbahn locken.

Im Vorjahr waren es knapp 25 000 Besucher, die sahen, wie Gestüt Schlenderhans Arcadio als Favorit im Ziel nur an den damals amtierende Galopper des Jahres, Soldier Hollow, scheiterte. Drei Siege bei drei Starts, diese makellose Bilanz kann Arcadio in diesem Jahr vorweisen. Und dabei zeigte der Monsun-Sohn neben Klasse und Kampfgeist vor allem auch seine Vielseitigkeit.

Ging es bei seinem Gruppe-II-Erfolg beim Frühjahrs-Meeting in Baden Baden gegen den guten Engländer Day Flight noch über 2200 Meter so rang Arcadio anschließend auf gleicher Ebene in Köln keinen geringeren als Soldier Hollow über die Meile nieder. Das Fachblatt Sport-Welt titelte folgerichtig: Arcadio - der Hengst der alles kann. Am Sonntag soll nun auf seiner vermutlich besten Distanz auch der erste Treffer auf allerhöchstem Parkett folgen.

Der große Gegenspieler von Arcadio kommt aus Frankreich und heißt Laverock. Der Vierjährige reist mit glänzenden Formen auf höchster Ebene an. Am 21. Mai gewann der von Carlos Laffron-Parias in Chantilly trainierte Hengst den Prix d'Ispahan knapp gegen Manduro, einen Monat später war Laverock Dritter hinter Pride und Hurricane Run im Grand Prix de Saint-Cloud über für ihn schon etwas zu weiten 2400 Meter. Das sind zwei handfeste Formen, die vielleicht noch höher einzustufen sind als die bisherigen Leistungen von Arcadio.

Laverock steht im Besitz von Gainsborough Stud Management, das zum Vollblut Imperium vom Sheikh Mohammed gehört und war bereits im Vorjahr ein sehr guter Galopper mit zwei Gruppe-III-Siegen in Longchamp und Lyon sowie einem dritten Platz im französischen Derby, wo er allerdings von der Rennleitung aus der Platzierung genommen wurde.

Er liebt Linkskurse und ganz besonders München. Die Rede ist von Fight Club, der in Riem bei drei Starts sogar noch ungeschlagen ist. Er gewann hier bereits als Zweijähriger und dann dreijährig das Bavarian Classic. Im Vorjahr siegte der verletzungsbedingt erst wenig geprüfte Lavirco-Sohn bei seinem einzigem Start in Frankfurt in einem Gruppe-II-Rennen, heuer gewann er in Riem am 1. Mai die bet3000-Trophy ganz überlegen. Anschließend belegte Fight Club, der es gerne weich unter den Hufen hat, einen guten dritten Platz hinter Arcadio in Baden Baden als er diesem sogar noch Gewichtsvorgaben leistete.

Auf ganz anderes Geläuf als Fight Club steht Lord of England, der im Frühjahr die geplante Reise nach Riem zum Bavarian Classic nicht antrat, weil seinem Besitzer die Bodenverhältnisse nicht zusagten. Der dreijährige Dashing Blade-Sohn canterte stattdessen auf festem Geläuf in Dortmund gewiss nicht schlechte ältere Meiler aus den Schuhen. Das war am 11. Juni und über 1700 m, seitdem ist Lord of England nicht mehr gelaufen. Der kapitale Hengst verfügt zweifelsohne über großes Talent, ob es jedoch gegen die starke Konkurrenz auf gutem Riemer Geläuf ausreicht, muss sich zeigen. Mit Andrasch Starke hat Lord of England als Plus den Derby-Siegreiter im Sattel.

Den Derby-Jahrgang wird auch Diana-Siegerin Almerita vertreten. Besitzer Dr. Christoph Berglar hat die Stute für 10-fachen Einsatz nachgenannt. Bisher haben die dreijährigen Stuten in den Jahrgangs-Vergleichsrennen gegen die Hengste noch keine Bäume ausgerissen. Die von Waldemar Hickst, dem Shooting-Star in der deutschen Trainergilde, in Köln betreute Medicean-Tochter hat in ihrer Laufbahn jedoch noch nichts verkehrt gemacht und eine Chance in dieser Klasse sicher verdient. Den Ritt auf Almerita hat der Engländer Alain Munro bekommen, der heuer das Epsom Derby mit Sir Percy gewann.

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