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Alonso legt sich auch mit Teamkollegen Fisichella an

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- Suzuka - Eigentlich ist es fast ein Wunder, dass es bei Renault so lange relativ ruhig geblieben ist. Bis gestern kurz vor 15 Uhr japanischer Zeit schien die hellblaue Welt noch einigermaßen in Ordnung. "Wir haben über unseren Kurzurlaub geplaudert, denn ich war in Tokio, er in Schanghai", erzählt Giancarlo Fisichella über sein Treffen mit Fernando Alonso in Suzuka.

Direkt im Anschluss an dieses Gespräch ging Alonso in die Pressekonferenz. Er wusste, dass da vor dem Rennen am Sonntag in Suzuka (7 Uhr, MESZ/live bei Premiere und RTL) bohrende Fragen kommen würden zu seinen Anschuldigungen, die er nach dem Rennen in Schanghai erhoben hatte: Dass also das Team lieber die Konstrukteurs-WM als die Fahrer-WM gewinnen wolle und ihn deswegen nicht genug unterstütze.

Alonso hat sie in Suzuka nicht nur bekräftigt, sondern auch das Verhalten seines Teamkollegen Fisichella deutlich kritisiert. "Als ich in Schanghai zehn Runden lang Probleme hatte, überholten mein Teamkollege und Schumacher mich und zogen davon", sagte er: "Das ist wie wenn man bei der Tour de France in den Bergen einen Platten hat und dein Teamkollege saust mit deinem Rivalen davon." Auf die Frage, wie Fisichella ihm denn hätte helfen können, sagte Alonso: "Ich musste in Schanghai auch mit Fisichella kämpfen. Er hat mich zuerst überholt, und danach ich wieder ihn. Diese riskanten Manöver, drei Rennen vor Saisonende - da fragt man sich: ,Ist das dein Teamkollege?’ - Er ist es nicht gut genug."

Danach war klar, dass es krachen musste. Alonso hat sein ganzes Gewicht als amtierender Weltmeister in die Waagschale geworfen, um vom Team uneingeschränkte Unterstützung einzufordern. Und damit das Team samt Fahrerkollegen mächtig provoziert. Fisichella ist zwar eher eine ruhige Natur, doch solche Anschuldigungen ließ auch er nicht mehr auf sich sitzen. "Ich bin schon sehr überrascht, was er sagt", meinte der Italiener. "Das Team gibt ihm die Möglichkeit, die ganze Saison über konkurrenzfähig zu sein, und er führt die WM immer noch zusammen mit Michael an."

Außerdem kann Fisichella überhaupt nicht verstehen, wie er Alonso in Schanghai hätte helfen können. "Wir hätten unmöglich zusammen Michael in der Situation hinter uns halten können, Fernando war da fünf Sekunden pro Runde langsamer als ich. Und Michael hat hinter uns sehr hart gepusht", sagt Fisichella. "In dieser Situation war es besser, den zweiten und dritten Platz zu sichern."

Zwischen den Zeilen unterstellt Fisichella seinem Arbeitskollegen Alonso Egoismus. "Es wird nicht an mir liegen, wenn er die WM nicht gewinnt", sagt er. Und meint, dass Alonso glücklich sein sollte, dass er den Spanier noch vorbei gelassen hat. So ist Alonso immerhin Zweiter statt Dritter geworden.

Und wie geht es weiter? Alonso weiß, dass sein Machtkampf zum WM-Finale ein großes Risiko ist. Es geht um seine Stellung im Team. Hat er dort genug Freunde, kann der Plan funktionieren. Wenn nicht, dann haben Japaner für so eine Aktion ein passendes Wort: Harakiri.

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