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Angerers Ausrutscher und ein positiver Trend

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- Düsseldorf - "Ein paar Pünktchen" wolle er mitnehmen aus Düsseldorf, hatte Tobias Angerer vor dem Weltcupauftakt gesagt. Schließlich sei die Spezialisierung auf Sprint oder Distanzrennen so weit fortgeschritten, dass es für vordere Ränge nicht mehr reiche. Nun ist Angerer sogar bis ins Finale gesprintet und dort achtbarer Vierter geworden.

"Wer weiß, wofür ich diese 50 Weltcuppunkte noch einmal gebrauchen kann", sagte der Traunsteiner. Denn auch wenn er sich um Lockerheit bemüht ("Ich sehe das entspannt"), wird er auch in diesem Winter vom Gesamtweltcup träumen. Und da könnten 50 Punkte in der Endabrechnung sehr wertvoll werden.

Während Angerer seine Platzierung als Ausrutscher nach oben betrachtete, waren die Resultate der anderen deutschen Starter durchaus Anzeichen für einen Trend: Zwei Starter des neu formierten Sprint-Teams schafften es in die Halbfinalläufe, Josef Wenzl aus Zwiesel folgte Angerer gar bis ins Finale, wo er aber stürzte. "Ich war so nah dran, da kann ich nicht zufrieden sein. Ich hab's versaut mit diesem Sturz", ging er hart mit sich ins Gericht. Eine Einstellung, die Bundestrainer Jochen Behle gefällt: "Das zeigt, wie viel Selbstbewusstsein schon in dieser Truppe steckt." Erik Hänel belegte Rang zwölf, Johannes Bredl Platz 23.

Das Experiment, eine Sprintgruppe zu etablieren und damit den spezialisierten Skandinaviern Paroli zu bieten, war vor einigen Jahren gescheitert. Vor diesem Winter wagte Behle einen neuen Anlauf und verpflichtete den Finnen Ismo Hämäläinen als Coach. "Er bringt neue Ideen ein, kommt auch mit Impulsen aus der Leichtathletik. Deshalb versuchen wir es noch einmal mit einem Sprint-Team", sagte Behle. Eigentlich wollte er der jungen Truppe rund zwei Jahre Zeit geben, bis er vordere Platzierungen einfordern wollte. Doch mit ihrem engagierten Auftritt in Düsseldorf demonstrierten sie, wie weit sie schon fortgeschritten sind. "Da rührt sich wieder was im Sprint, das ist gut", meinte auch Angerer.

Nach dem Warmlaufen in Düsseldorf stehen Mitte November im schwedischen Gällivare die ersten Distanzrennen auf dem Programm und damit echte Gradmesser für Angerer. Das Gelbe Trikot des Weltcupspitzenreiters, das er als Titelverteidiger noch einmal tragen durfte, musste er zwar abgeben, doch wenn es nach Behle geht, könnte es sich Angerer bald wieder überstreifen: "Er ist erneut ein Kandidat für den Gesamtsieg."

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