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So kam es zum Arcadio-Debakel

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- München - Was war nur mit Arcadio los? Auch am Tag nach dem Großen Dallmayr-Preis ist der letzte Platz des haushohen Favoriten das Thema schlechthin. Dass der Sieg von Lord of England beim Saisonhighlight auf der Riemer Galopprennbahn in erster Linie eine taktische Meisterleistung von Jockey Andrasch Starke war, keine Frage. Aber eine Entschuldigung für Arcadio?

Das Debakel des heuer bei drei Starts ungeschlagenen Vierjährigen fiel so gravierend aus, dass noch am Sonntag die Riemer Rennleitung auf den Plan trat. Im offiziellen Rennbericht heißt es dazu: "Die Rennleitung befragte Trainer Peter Schiergen zum schlechten Laufen von Arcadio. Er gab an, dass Arcadio bereits im Training nicht mehr so wie vor zwei Monaten war." Auch Jockey Andreas Suborics kam um eine Befragung nicht herum. "Er sagte aus, dass Arcadio nicht mehr zulegen konnte, obwohl er ihn so wie immer geritten habe", vermerkt der Rennbericht.

Schiergen jedoch konnte nach dem Rennen seinen Ärger kaum verbergen. Intern, hieß es später, sei deutliche Kritik an der Reitweise von Suborics geübt worden. Die entscheidenden Fragen: Warum hatte sich Suborics nicht viel früher eine günstigere Ausgangsposition verschafft, anstatt am Ende des Feldes zu warten, bis ein Angriff aussichtslos war? Zumal sich der Jockey sonst in guter Form präsentierte: Mit Pferden des Riemer Trainers Dieter Ronge gelangen dem gebürtigen Österreicher drei Siege.

Im Interview allerdings erklärte Schiergen das Arcadio-Debakel anders. "Bei dem Tempo hätte Arcadio auf der Zielgeraden doppelt so schnell sein müssen wie die anderen", meinte der Kölner, "das konnte nicht gut gehen."

Dass das Rennen tatsächlich kurios langsam war, beweist ein Vergleich: Ein durchschnittliches Ausgleich-Rennen über die selbe 2000-m-Distanz bestritt der Sieger (Dragon Fly) kurz darauf in einer Zeit, die neun Sekunden unter der des Dallmayr-Preises lag. Das Gruppe-I-Rennen jedoch steht nur besten Rennpferden offen.

Mario Hofer, Trainer von Lord of England, bekannte freimütig, wie vorteilhaft die geringe Geschwindigkeit für seinen Sieger war: "Natürlich haben wir davon profitiert." Im Schlusssprint sei der Dreijährige kaum zu schlagen, "denn das ist ja keine lahme Ente". Doch auch die taktische Meisterleistung des Andrasch Starke weist einen wunden Punkt auf: Wegen übertriebenen Peitschengebrauchs wurde der Jockey mit einer - freilich milden - Geldbuße von 50 Euro belegt.

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