Armin Hary macht sich für Nachwuchs stark

- München - Der zweimalige Sprint-Olympiasieger Armin Hary hat ein neues Nachwuchs-Förderkonzept initiiert. Um in Zusammenarbeit mit Kommunen junge deutsche Sport-Talente aus sozial schwachen Familien zu unterstützen, hat er die Armin Hary-Förderung (AHA-F) ins Leben gerufen. Er setzt dabei bei den Jüngsten an: "Wir wollen die Blume an der Wurzel gießen und nicht auf die Knospen." Deshalb werden Kinder und Jugendliche zwischen sechs und 16 Jahren berücksichtigt.

Die Förderungsgelder, die den Kommunen zur Verfügung stehen, werden von der AHA-F von Unternehmen generiert, die dafür auf der Homepage der AHA-F werben dürfen. Es wird hauptsächlich auf lokale Unternehmen gesetzt, höchstens zehn pro Kommune. Die AHA-F versteht sich dabei als Bindeglied zwischen den Talenten, Kommunen und Unternehmen.

Harys Konzept sieht vor, dass Übungsleiter in den Vereinen außergewöhnlich begabte Sportler, egal aus welcher Sportart, vorschlagen, die eine Finanzspritze dringend nötig haben. Die Gelder sollen für Ausrüstungsgegenstände oder für Fahrtkosten zu Training und Wettkämpfen verwendet werden.

"Die Kinder dürfen nicht aufgrund von sozialen Umständen vom Sport wegbrechen", sagte Hary. Er spricht dabei aus eigener Erfahrung: "Wäre unsere Wohnung nicht unmittelbar neben einem Sportplatz gelegen, gäbe es heute keinen Olympiasieger Armin Hary. Meine Mutter hatte kein Geld, um mir ein Fahrrad zu kaufen." Der ehemalige Weltklasse-Sprinter beklagt, dass die Sponsoren-Gelder schon oben bei den Verbänden hängen bleiben und "bei den Kindern keine finanziellen Mittel mehr ankommen".

Der einst schnellste Mann der Welt - Hary lief 1960 als erster Mensch die 100 Meter in 10,0 Sekunden - will sich mit seinen Talenten allerdings viel Zeit nehmen. "Es wird fünf bis sechs Jahre dauern, aber dann werden große Sportler aus dieser Initiative kommen", meinte der Doppel-Olympiasieger (100 Meter und 4 x 100-Meter-Staffel) von Rom.

Die Idee für sein Projekt hatte der heute 68-Jährige bereits vor vielen Jahren. Ihn beschäftigte die Erfolglosigkeit der deutschen Athleten bei internationalen Wettkämpfen und die sportliche Talfahrt der einstigen Sportnation, und er wollte gegen diese Misere etwas tun.

Die ersten Aktivitäten unternahm Hary daher in Landshut, nahe seiner Wahlheimat Furth. Seine Idee zur Förderung junger Talente stieß später im Landshuter Stadtrat auf offene Ohren. Schon Ende Januar werden in der Stadt die ersten drei Talente (im Alter von neun, zehn und 13 Jahren) einen Scheck in Höhe von je 3500 Euro erhalten.

Erste Erfolge des Nachwuchs-Förderkonzepts ließen nicht lange auf sich warten: Das Pilotprojekt wurde schon kurz nach seiner Gründung beim Sportpresseball in Frankfurt Ende Oktober 2005 als bestes Förder-Modell des Jahres ausgezeichnet. Mittlerweile hat Hary sein Konzept bei 11 000 deutschen Kommunen schriftlich vorgestellt, 3000 haben dabei Interesse gezeigt. Hary hofft, dass nächstes Jahr bis zu 150 Städte und Gemeinden seine Idee umsetzen werden.

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