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Die Asse wurden weggekauft

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- Zweiter Platz zum Abschluss der Saison 2003/2004, dritter Rang am Ende der vergangenen Saison. Für die Badminton-Mannschaft des TSV Neuhausen-Nymphenburg, die nun seit 20 Jahren ununterbrochen in der Zweiten Bundesliga Süd spielt, wird es in der neuen Saison schwer, erneut eine solch starke Platzierung zu erreichen. Es scheint gar utopisch, derart hohe Ziele anzuvisieren.

Und so bleibt man im Verein realistisch. Verkündete Trainer Uwe Eckhoff in der Saisonvorschau noch ironisch, es sei "vom Zweiten bis zum Siebten alles drin", setzt der Coach nach dem durchwachsenen Saisonauftakt ein klares Ziel: "Der sechste Platz, also der direkte Klassenerhalt, ist Pflicht. Aber es wird auf jeden Fall bis zum Ende eine ganz enge Kiste."

3:5 unterlag man am ersten Spieltag beim Lokalrivalen TSV Neubiberg/Ottobrunn, am Wochenende folgte in den Heimspielen gegen Neusatz und den VfB Friedrichshafen jeweils ein 4:4. Teammanager Herbert Menacher war ob der Umstände zufrieden mit den ersten beiden Punkten. "Wir hatten mit Verletzungssorgen zu kämpfen und wurden ohnehin vor der Saison quasi um die halbe Mannschaft beraubt", sagte Menacher und meinte damit die Abgänge von Felix und Kathrin Hoffmann sowie Thomas Nirschl zum Erstliga-Aufsteiger Regensburg: "Felix war unsere klare Nummer eins, Kathrin hatte die größten Perspektiven. Aber wenn jemand mit viel Geld ködert, können wir nicht mithalten." Vierter Abgang ist Jessica Willems, die aus beruflichen Gründen den Wohnort wechseln musste.

Da alle Akteure den Verein erst gegen Ende der Transferphase verließen und auf dem deutschen Markt so gut wie nichts mehr zu machen war, musste der TSV von seiner bisherigen Linie abweichen, ohne Ausländer auszukommen. Der Schotte Bruce Flockhart, der seit mehreren Jahren für den Verein gemeldet ist, wurde reaktiviert. Aus seiner Heimat brachte er gleich seinen Trainingspartner Calum Mencies mit. Außerdem wurde der zehnfache italienische Landesmeister Klaus Raffeiner verpflichtet.

Ein großes Problem des Klubs ist die Suche nach Geldgebern. "Es finden sich nur selten potente Sponsoren für unsere Sportart", erklärt Menacher, "unser Problem ist das Federball-Image." Und so würde der Verein, sollte man in den kommenden Jahren den Erfolg aus der Spielzeit 1993/94 wiederholen können und Meister werden, erneut nicht in die Bundesliga aufsteigen. Der Teammanager möchte auf keinen Fall das Wohl des Klubs in Gefahr bringen. "Aber", so sagt er, "darüber sollten wir uns nicht unterhalten. Unser Ziel ist der Nicht-Abstieg." Der sollte nach dem Eindruck aus den ersten Spielen im Bereich des Möglichen liegen.

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