Aufstieg? Dachau grübelt

- Die 14 Zuschauer hatten ein Alternativprogramm. Für Pausen und sonstige Längen. Neben dem Blickfeld stand ein Fernseher, über den der Ski-Weltcup lief. Aber eigentlich waren sie in die schweißige Squash-Center-Luft in Solln gekommen, um ein Derby zu sehen. In der 2. Bundesliga Süd trafen sich der SC München-Solln und Squash Insel Dachau. Tags darauf fand das Rückspiel statt, diesmal in Dachau. Zweimal gewannen die Spieler der Squash Insel, 3:1 und 4:0. Wenig überraschend angesichts der unterschiedlichen Ziele: Solln ist glücklich mit dem Klassenverbleib, Dachau will aufsteigen.

Dennoch hätte alles anders enden können. Beim 1:3 spielte der Sollner Kevin Schwentner trotz Grippe und verlor ein Spiel, das er gesund wohl gewonnen hätte. Und Oliver Janssen, sowas wie der gesamte Verein (Trainer, Spieler, Manager, Pressesprecher) in einem, verlor etwas unerwartet.

Nicht noch mal ein peinliches Tätärätä

"Die Punkte hätte man holen müssen", ärgerte sich Janssen nachher. Am Sonntag hatte Dachau dann Profi Andrew Whipp dabei, dafür musste Solln endgültig auf Schwentner verzichten. Und während Dachau auf der Ausländerposition je einen von drei Briten aus Manchester einfliegen lässt, behilft sich Solln "mit einer mittleren Lösung" (Janssen). Ihr Topspieler und Profi hat zwar einen exotischen Namen (Karamatullah Khan), kommt aber aus Rosenheim, was die Reisekosten deutlich niedriger hält.

Ganz auf einen Profi will man aber nicht verzichten. "Sonst müsste unser Zweitbester, Kevin Schwentner, sich jedes Mal vom Profi des Gegners verprügeln lassen", sagt Janssen. Immerhin spart man Reisekosten, weshalb sich der Profi finanzieren lässt. "Wir kommen über die Runden", sagt Janssen, "vielleicht könnte man mehr Sponsoren finden, aber dafür fehlt uns die Manpower".

In Dachau ist das Budget dank Sponsoren und Spitzensportförderung komfortabler. Deshalb das Erstligastreben. Schon nach der letzten Saison nahm man das Angebot an, als Nachrücker von Platz zwei aufzusteigen. Doch dann bekam man der Etat nicht zusammen, "und wir mussten mit großem Tätärätä wieder zurückziehen", so Sprecher Alwin Berti. Auch diesmal würde man als voraussichtlicher Zweiter (und falls aus der Nordgruppe keiner will) das Angebot bekommen, müsste sich aber bis Mitte Februar entscheiden. Obwohl die Saison da noch läuft.

"Ärgerlich, weil völlig verfrüht", findet Berti. Rund 15 000 Euro kostet eine Zweitligasaison, in der Ersten Liga müsste man etwa 10 000 Euro mehr einplanen. Und weil der Rückzug letztes Jahr nicht nur peinlich, sondern wegen einer Strafe auch teuer war, will man es sich in Dachau laut Berti "heuer gut überlegen".

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