Auf Augenhöhe mit dem Idol

- München - Es ist eine gute Tradition, aber irgendwie passten die Bayernhymne und die beiden weiß-blauen Fahnen nicht so recht ins Bild. Es sah etwas nach Provinzwettkampf aus, dabei wurde zuvor auf absolutem Weltklasse-Niveau geschossen. Beim Internationalen Wettkampf am Freitag auf der Olympia-Schießanlage in Hochbrück lieferten sich Barbara Lechner (Triftern) und Sonja Pfeilschifter (Ismaning) ein sensationelles Duell.

Mit den maximal möglichen 400 Ringen hatte Lechner im Vorkampf den Weltrekord eingestellt. Das Ergebnis wird aber nicht offiziell als Weltrekord gewertet, weil der Internationale Wettkampf keine Veranstaltung des Weltverbandes war. Pfeilschifter, die tags zuvor 400 Ringe bei einem internen Wettkampf des deutschen Kaders geschossen hatte, lag mit 399 knapp dahinter.

Die Schützin aus Ismaning legte im Finale mit 105,5 Ringen nach und lieferte sich mit Lechner ein von ständigen Führungswechseln geprägtes Duell. Mit 504,7 Ringen siegte Lechner vor Pfeilschifter (504,5) und lag nur zwei Zehntel unter dem Weltrekord. Bayerns beste Schützinnen haben eindrucksvoll bewiesen, dass sie derzeit weltweit das Maß aller Dinge sind.

Die Rollen bleiben aber klar verteilt. "Sonja ist ganz klar die bessere Schützin", sagt die 23-jährige Herausforderin Barbara Lechner über ihre zwölf Jahre ältere nationale Konkurrentin.

Noch heute hat sie zu Hause auf dem Schreibtisch die Autogrammkarte Pfeilschifters ("Sie und Petra Horneber sind meine großen Vorbilder") stehen. Der Unterschied zwischen den beiden ist noch die Konstanz. 24 Stunden nach dem Riesenduell gewann Pfeilschifter den zweiten Wettkampf mit 501,5 Ringen souverän, Lechner wurde Siebte. Aber es gab wieder die Bayernhymne. Lechner gefällt das: "Ich liebe Bayern und höre das Lied gerne. Aber auch die Deutschlandhymne ist schön." 2008 bei den Olympischen Spielen in Peking haben beide den gleichen Musikwunsch.

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