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Philipp Kohlschreiber.

Australien Open: Mayer und Kohlschreiber sind raus

Melbourne - Eine Sensation durch Philipp Kohlschreiber und Florian Mayer lag in der Luft. Doch am Ende mussten die beiden deutschen Tennis-Profis anderen den Vortritt lassen.

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Wie im vorigen Jahr verlor der Bayreuther Mayer gegen US-Open-Gewinner Juan Martin del Potro. Der Argentinier konnte nach dem 6:3, 0:6, 6:4, 7:5 am Freitag in Melbourne froh sein, nicht mehr als ein blaues Auge kassiert zu haben. Auch Titelverteidiger Rafael Nadal hatte am Freitag im heißen Melbourne gegen den Augsburger Kohlschreiber seine liebe Not. Der Spanier konnte sich in den entscheidenden Momenten aber wirkungsvoll durchsetzten und in der spannenden Drittrundenpartie einen 6:4, 6:2, 2:6, 7:5-Erfolg retten.

Eine Riesenüberraschung gab es aber doch. Kim Clijsters, die US- Open-Siegerin aus Belgien, ging gegen die Russin Nadia Petrova in der dritten Runde unter und schied mit einer 0:6, 1:6-Packung aus. “Ich war komplett von der Rolle“, sagte die ratlose 26-Jährige. Die Revanche mit Justine Henin für das verlorene Melbourne-Finale 2004 ist geplatzt.

Die 27-jährige Henin, die zu Beginn des Jahres ihre Karriere nach 20-monatiger Pause fortgesetzt hat, bezwang die Russin Alisa Kleybanowa 3:6, 6:4, 6:2 und zog ins Achtelfinale ein. Mit viel Lob und Anerkennung verabschiedeten sich Mayer und Kohlschreiber nach den prima Auftritten auf dem Center Court mit 47 600 Dollar Preisgeld und der Gewissheit, nicht weit entfernt zu sein von den besten der Branche. “Zwei Siege wären natürlich besser gewesen“, meinte Kohlschreiber.

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Der letzte Mohikaner des elfköpfigen deutschen Herren-Aufgebots ist der dreimalige Melbourne-Halbfinalist Thomas Haas aus Hamburg, der an diesem Samstag um 9 Uhr (MEZ/Eurosport) gegen den Franzosen Jo-Wilfried Tsonga um den Einzug ins Achtelfinale kämpft. “Es waren viele gute Ansätze da. Aber am Ende hat er seine Klasse gezeigt und gar keine Fehler mehr gemacht“, sagte Kohlschreiber, der in Melbourne zweimal in der Runde der besten 16 stand.

Er selbst leistete sich 58 Fehler und damit 20 mehr als sein Gegenüber und gab nach dem 3:30 Stunden langen Match zu: “Das ist natürlich zu viel. Da muss man nicht drumrumreden.“ Dabei brachte der Weltranglisten-26. auch den dritten Linkshänder nacheinander mit konzentriertem Spiel an den Rand der Verzweiflung. Nadal musste alle Register ziehen. Der 26-jährige kämpfte nicht nur, sondern präsentierte dem Mallorquiner immer wieder die richtige Antwort auf dessen kraftvollen Schläge. Wie knapp die Partie war, verdeutlichte der letzte Satz, in dem Kohlschreiber zum 4:4 ein Rebreak gelang. Davis-Cup-Sieger Nadal zeigte Wirkung, aber nur kurz.

Dann nahm er seinem Kontrahenten erneut den Aufschlag ab und brachte den fünften Sieg im fünften Vergleich sicher nach Hause. “Es hat trotzdem Spaß gemacht. Und es macht Mut, wenn man auch solchen Spielern Paroli bieten kann“, sagte Kohlschreiber und ärgerte sich über die verpassten Chancen. “Ich bin noch völlig durcheinander“, sagte Mayer nach seiner prächtigen Vorstellung, der nur der krönende Abschluss gefehlt hatte. “Einerseits bin ich sehr stolz auf meine Leistung, andererseits aber auch enttäuscht, weil ich die große Chance nicht genutzt habe.“ Es war mehr drin für den 26-Jährigen, der nach seinem Durchhänger vor zwei Jahren endlich auf dem Weg ist, ein kompletter Tennisprofi zu sein. Vor allem im zweiten Satz spielte er überragend, meinte später aber bescheiden: “Das hat del Potro ganz geschickt gemacht.

Er hat den Satz laufen lassen und so getan, als habe er Armschmerzen.“ Diese Attitüden seien es, die ihm die besten der Zunft voraus haben. “Er konzentriert sich auf die wichtigen Punkte und lässt die anderen einfach weg“, meinte der Weltranglisten-60.,der sich im vorigen Jahr um 283 Plätze verbessert hatte. “In der Kabine haben mich viele beglückwünscht und gesagt, dass ich nun endgültig zurück bin.“ Das Tingeln auf der Challenger-Tour ist vorbei. “Jetzt mache ich zwei Wochen Pause und spiele dann in Rotterdam und Memphis.“

Andreas Bellinger, dpa

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