Bahn frei für das neue Traumpaar

- München - Die Nachricht kam nicht mehr überraschend. Eigentlich hatte Bruno Risi schon vor zwei Jahren gemerkt, dass Kurt Betschart so manches von der Lust auf nächtelange Rundenjagden im Radsattel eingebüßt hatte.

Als Betschart dann in diesem Sommer endgültig Lebewohl sagte, da hatte Bruno Risi dennoch einige schmerzhafte Momente zu überstehen. Bedeutete die Trennung doch nicht nur das Ende einer "eheähnlichen Beziehung" für ihn, Betscharts Abschied war auch der Schlussstrich für das seit langem erfolgreichste Sechstage-Paar. "Ich merke natürlich mit jedem Rennen wie er mir fehlt", betonte Risi, "das war so harmonisch, alles war eingespielt".

Den Freund Kurt Betschart wird der Publikumsliebling aus der Schweiz zumindest auf der Bahn nicht mehr zurück bekommen. Sportlich freilich scheint Bruno Risi auf dem besten Weg, Teil eines neuen Dreamteams auf der Bahn zu werden.

Im Sommer hatte schon die Ankündigung einer Liaison mit Sprint-Ass Erik Zabel nicht zuletzt für das Highlight vom 9. bis 14. November in der Münchner Olympia-Halle für einiges Aufsehen gesorgt. Und nun sieht es langsam, aber sicher so aus, als könnte das neue Gespann den großen Vorschusslorbeeren auch Taten folgen lassen.

Beim ersten gemeinsamen Auftritt in der Dortmunder Westfalenhalle kamen Zabel/Risi von Nacht zu Nacht besser in Fahrt und werden unter normalen Umständen beim heutigen Finale wohl schon den ersten Saisonsieg feiern können. Risi zeigt sich entsprechend zufrieden: "Es läuft sehr gut mit Erik, wir haben uns auch technisch immer besser aufeinander eingestellt".

Eigentlich alles gerichtet also für den großen Coup in München. Doch für die 43. Rundenjagd unter dem Zeltdach erwartet Risi dann doch noch weit größere Gegenwehr. Weniger vielleicht vom neuen Superstar Paolo Bettini. Dem Straßen-Weltmeister, der dieser Tage in Grenoble seine Premiere unter dem Hallendach feiert, attestiert auch Münchens Rennleiter Sigi Renz zwar das Potenzial für so manch großen Einzelauftritt an der Seite seines Landsmannes Marco Villa - "für einen Platz ganz vorne wird es bei ihm nach so kurzer Zeit technisch nicht reichen".

Auch Bruno Risi erwartet auf dem Weg zum siebten Titel in München die schärfste Konkurrenz von ganz anderer Seite: von Robert Bartko und Partner Andreas Beikirch nämlich. Vorjahressieger Bartko erholt sich derzeit zwar noch von einer Rippenprellung aus einem Sturz beim Sechstagerennen von Amsterdam. Kommt er rechtzeitig zum Startschuss in 14 Tagen in Tritt, dann "ist auch den beiden eine ganze Menge zuzutrauen".

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