Paul Biedermann posiert mit seiner Bronzemedaille bei der WM. Foto: Patrick B. Kraemer
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Paul Biedermann posiert mit seiner Bronzemedaille bei der WM. Foto: Patrick B. Kraemer
Paul Biedermann holt beim 200-Meter-Rennen alles aus sich heraus. Foto: Martin Schutt
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Paul Biedermann holt beim 200-Meter-Rennen alles aus sich heraus. Foto: Martin Schutt
Nach dem Rennen hält sich Paul Biedermann völlig ausgepumpt an der Bahnmarkierung fest. Foto: Martin Schutt
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Nach dem Rennen hält sich Paul Biedermann völlig ausgepumpt an der Bahnmarkierung fest. Foto: Martin Schutt
Paul Biedermann brauchte nach dem Finale einige Zeit um seinen Erfolg zu realisieren. Foto: Martin Schutt
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Paul Biedermann brauchte nach dem Finale einige Zeit um seinen Erfolg zu realisieren. Foto: Martin Schutt
Sun Yang aus China holt sich vor Paul Biedermann Rang zwei. Foto: Valdrin Xhemaj
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Sun Yang aus China holt sich vor Paul Biedermann Rang zwei. Foto: Valdrin Xhemaj
Der Brite James Guy entschied das Finale über 200 Meter Freistil für sich. Foto: Patrick B. Kraemer
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Der Brite James Guy entschied das Finale über 200 Meter Freistil für sich. Foto: Patrick B. Kraemer

Biedermann glücklich über WM-Bronze: "Alles gegeben"

Die erste WM-Medaille der deutschen Beckenschwimmer ist auch für Paul Biedermann persönlich Befreiung und Erleichterung. Bronze in Kasan - damit kann der Weltrekordler prima leben.

Kasan (dpa) - Als Paul Biedermann nach seinem Bronze-Rennen und den vielen Fragen den ersten kleinen Moment für sich hatte, lächelte er auf einem Plastikstuhl vor dem Ausschwimmbecken still in sich hinein.

Ein Helfer nutzte den ruhigen Augenblick im Seitenbereich der tosenden Fußball-Arena von Kasan, bat um ein Autogramm und brachte dann zum Dank die vergessene Chlorbrille hinterher. Biedermann war glücklich, aber auch ausgepumpt. "Ich habe alles gegeben. Ich konnte nicht mehr, ich bin mit Bronze belohnt worden", hatte der zufriedene Weltrekordler über 200 Meter Freistil zuvor in die Aufnahmegeräte gesagt.

Diese 1:45,38 Minuten bei der Schwimm-WM in Russland waren für den 28-Jährigen aus Halle/Saale nicht nur persönliche Jahresbestzeit, sondern ein Sieg für sich selbst. Es ist Biedermanns dritte WM-Medaille über seine Lieblingsstrecke nach Gold im Hightech-Anzug 2009 und Bronze 2011. "Die wiegt noch etwas mehr, weil ich auch älter geworden bin", sagte er lächelnd. Wegen Krankheit hatte der Staffel-Europameister die WM 2013 ausgelassen.

Biedermann brauchte nach dem Anschlag ein paar Momente, um seine Medaille zu realisieren. Sekundenlang blickte er ohne äußerliche Gefühlsregung auf die Anzeigentafel. "Ich habe es nicht direkt gesehen, mir fehlte etwas Sauerstoff in dem Moment", sagte der Olympia-Fünfte lachend.

Überhaupt bekam Biedermann das Lächeln kaum aus dem Gesicht; selbst als er die Aktion schilderte, in der er wohl die entscheidenden Hundertstel auf den Sieger James Guy und den Zweitplatzierten Chinesen Sun Yang verlor: "Ich habe die letzte Wende leider nicht ganz getroffen. Das ist ein bisschen schade. Aber es hat Spaß gemacht hier." Der langsamste Start und die starke letzte Bahn machen Biedermann auch weiter aus. Auf jeder 50-Meter-Bahn pirschte er sich voran: Achter bei der ersten Wende, Sechster, Fünfter, im Ziel dann Dritter.

Gegen manchen Zweifler konnte Biedermann feststellen: "Ich denke, ich habe mich in der Weltspitze wieder etablieren können. Das gibt mir Auftrieb und Mut für das nächste Jahr." Eine Olympia-Medaille fehlt dem Freund von Doppel-Olympiasiegerin Britta Steffen noch.

Die Zweifel an Biedermann kamen recht überraschend, denn die Chancen vor dieser WM waren so gut wie nicht mehr seit Biedermanns WM-Triumph über Michael Phelps 2009 in Rom: Nach und nach fiel ein Konkurrent des Weltjahresbesten nach dem anderen aus. Phelps durfte nicht wegen einer Alkoholfahrt, Olympiasieger Yannick Agnel (Frankreich) konnte nach Krankheit ebenso nicht wie der stark eingeschätzte Japaner Kosuke Hagino.

Biedermann wollte von einer Favoritenrolle eh nichts wissen, nannte das "bestmögliche Rennen" als sein Ziel. Eine Weltjahresbestzeit vor einer WM sei eh nur eine "Momentaufnahme", stellte er fest. Aber dieser Moment lässt für die Spiele in Rio hoffen.

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