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Vitali und Wladimir Klitschko.

Box-Welt stöhnt: Klitschkos nicht zu knacken

Hamburg - Vitali und Wladimir Klitschko dominieren die Box-Szene im Schwergewicht nach Belieben. Die beiden Brüder haben mittlerweile drei der vier großen WM-Titel in ihrem Besitz. Und keiner findet sich, ihnen wenigstens einen abzunehmen.

Egal ob Wladimir zuschlägt oder Vitali hinlangt: Wo die beiden Klitschkos treffen, wächst kein Gras mehr. Die beiden boxenden Brüder aus der Ukraine beherrschen die Schwergewichts-Szene momentan weltweit nach Belieben und lassen die Gegnerschaft, so laut die auch tönen mag, spätestens im Ring in Ehrfurcht erstarren. “Es gibt die Klitschkos und nur die Klitschkos. Und es gibt den Rest“, sagte Emanuel Steward. “Beide sind physisch wahnsinnig stark und boxen sehr intelligent“, befand der amerikanische Startrainer, der den jüngeren der beiden Klitschko-Brüder seit Jahren betreut und ihn stärker denn je gemacht hat.

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So stark, dass sich die Gegner schon vor dem ersten Gong abmelden. So geschehen in diesem Sommer, als der Russe Alexander Powetkin kniff und sein Herausforderungsrecht gegen den IBF-, WBO- und IBO-Weltmeister nicht wahrnahm. Wladimir fand in Samuel Peter zwar Ersatz, aber der war auch nicht mehr und fand sich in der zehnten Runde am Boxen wieder. “Wladimir ist derzeit unschlagbar“, urteilte der renommierte Box-Experte Jean-Marcel Nartz kurz und treffend.

Die beiden Klitschkos haben zusammen 87 K.o.-Erfolge in ihrer Kampfbilanz. Wladimir ist mittlerweile seit sechseinhalb Jahren ungeschlagen. Vitali hat seine letzte Niederlage 2003 verletzungsbedingt gegen Lennox Lewis hinnehmen müssen. Aber der legendäre Brite, mittlerweile 45 Jahre alt, kommt nicht zurück und genießt seine Tage in Jamaika.

So müssen die Promoter dieser Welt neiderfüllt mitansehen, wie die beiden Klitschkos weiter siegen und siegen. Und händeringend nach Wegen und Boxern suchen, die wieder Schwung in den lahmen Laden bringen. Arena-Promoter Ahmet Öner versucht immer wieder seinen Kubaner Odlanier Solis (30) in Szene zun setzen, aber der gut beleibte Olympiasieger hat in seinen 16 Profikämpfen kaum etwas Nachhaltiges zustande gebracht.

Aus dem Halbschwergewicht ist mittlerweile Tomasz Adamek (33) aufgestiegen, um die Klitschkos zu ärgern. Der Pole, der einst Thomas Ulrich gnadenlos verprügelte, dürfte aber allein schon aus physischen Gründen keine Chance gegen die Zwei-Meter-Recken aus der Ukraine habe.

In ihrer ganzen Ohnmacht hat die IBF nunmehr einen Plan entwickelt, der so auch schon einmal da war. Ein Turnier von vier Schwergewichtlern soll einen Pflichtherausforderer für Wladimir Klitschko ermitteln. Zu den vier Kandidaten gehört auch Denis Boizow von der Hamburger Universum-Promotion. “Er hat Patronen als Fäuste - ich Granaten“, sagte der 24-Jährige.

Der ungeschlagene Russe hat 22 seine 27 Siege durch K.o. errungen. Furcht einflößen wird der schlagstarke Boizow den Klitschkos damit nicht. Die haben ihr Auge ohnehin eher auf die britische Insel geworfen, wo David Haye den WBA-WM-Gürtel festhält - der letzte große, der den Klitschkos noch fehlt. Passend zu Vitalis Titelverteidigung am kommenden Samstag in der Hamburger O2-Arena hat sich auch der “Hayemaker“ wieder zu Wort gemeldet. “Ich bin jederzeit bereit, gegen sie anzutreten, um die Titel zu vereinigen“, verkündete der 30 Jahre alte Brite aus sicherer Entfernung.

Ins “Klitschko-Kampfgebiet“ will Haye sich erst nächste Jahr begeben und “nicht zu ihren üblichen Sklavenverträgen, sondern zu fairen und gleichen Konditionen“. Hinter diesen Forderungen verschanzt sich der Lautsprecher von der Insel seit Jahren. Oder versteckt er sich gar? Das jedenfalls glauben die Klitschkos. “Er nervt nur und kneift“, sagt Wladimir.

dpa

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