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Calmund vermeldet: Vorwürfe entkräftet

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- Köln - Reiner Calmund glaubt, bei einer sieben Stunden langen Befragung durch die Staatsanwaltschaft Köln gestern den erhofften Befreiungsschlag geschafft zu haben. "Nach der heutigen Vernehmung von Herrn Calmund durch die Staatsanwaltschaft Köln sehen wir den öffentlich immer wieder verbreiteten Vorwurf der Manipulation von Bundesliga-Spielen als ausgeräumt an", hieß es in einer Pressemitteilung der Calmund-Anwälte Dr. Stefan Seitz und Dr. Sven Thomas.

Die Staatsanwaltschaft wies kurz darauf allerdings zurück, dass die Vorwürfe ausgeräumt seien. Davon könne keine Rede sein, sagte Behördensprecher Günther Feld der "Kölnischen Rundschau". Die Ermitlungen gegen den 57-jährigen Ex-Geschäftsführer von Bayer Leverkusen gehen weiter. Seit Anfang März wird sein Fall wegen des Verdachts der Untreue untersucht. Am Wochenende waren zudem Manipulationsvorwürfe gegen Calmund publik geworden, da Anwalt Walther Graf der Ermittlungsbehörde Anfang März eine zwölfseitige Bayer-Stellungnahme zur Verfügung gestellt hatte.

Nach der Vernehmung entschwand der Ex-Manager von den wartenden Journalisten unbemerkt durch die Tiefgarage des Amtsgerichts in Köln nach Hause. "Die Dauer der Vernehmungen hängt davon ab, wie kompliziert die Vorgänge sind. Sie scheinen kompliziert zu sein", hatte Oberstaatsanwalt Feld gesagt. Er war aber selbst nicht an den Befragungen beteiligt. Ob weitere Befragungen durchgeführt werden, ist noch unklar.

Calmund zeigte sich erleichtert: "Ich bin zum ersten Mal in meinem Leben als Beschuldigter bei der Staatsanwaltschaft gewesen. Ich hatte ein Kribbeln im Bauch wie bei einem Champions-League-Spiel. Ich bin froh, dass es endlich losging und das Thema, was anstand, abgewickelt ist." Außer gegen Calmund wird auch gegen den Spielervermittler Volker Graul (Verdacht auf Beihilfe zur Untreue) ermittelt. Dabei geht es um den Verbleib von drei Schecks in der Gesamthöhe von 580 000 Euro, die an Graul geflossen waren.

Laut des Schriftsatzes von Bayer habe Calmund angedeutet, dass beim Bundesligaspiel Leverkusen gegen den TSV 1860 (3:0) am 33. Spieltag der Saison 2002/2003 "etwas gelaufen" sei. Der "Spiegel" hatte in seiner gestrigen Ausgabe aus der Stellungnahme zitiert. Die Rheinländer standen damals auf einem Abstiegsplatz und benötigten an den letzten beiden Spieltagen zwei Siege zum Klassenerhalt.

Außer bei der Partie Bayer - 1860 soll es auch bei den Begegnungen Leverkusen - Bielefeld (3:1) sowie Nürnberg - Bayer (0:1) Anhaltspunkte geben, dass es zu Manipulationen gekommen sein könnte. Feld sprach von Hinweisen "mit Substanz" auf mögliche Spielbeeinflussung. "Herr Calmund hat die abwegigen Manipulationsvorwürfe nachhaltig entkräftet. Es blieben keine Fragen offen. Herr Calmund und seine Verteidiger gehen nunmehr davon aus, dass Bayer die Legende der Manipulation mit der gleichen Klarheit wie Herr Calmund in der Öffentlichkeit zurückweist", hieß es in der Mitteilung seiner Anwälte.

Der Geschäftsführer des Bundesligisten Bayer Leverkusen, Wolfgang Holzhäuser, hat den DFB über den Kenntnisstand des Werksklubs in Bezug auf die Manipulationsvorwürfe gegen Ex-Manager Calmund informiert. Er unterrichtete den geschäftsführenden DFB-Präsidenten Theo Zwanziger und DFB-Justitiar Goetz Eilers höchstpersönlich bei einem Treffen. DFB-Mediendirektor Harald Stenger: "Ich kann bestätigen, dass Wolfgang Holzhäuser Kontakt zu uns aufgenommen und Unterlagen hinterlegt hat."

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