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Calmund verspricht "Befreiungsschlag"

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- Köln - Die Finanz-Affäre um den ehemaligen Manager Reiner Calmund erhält durch neue Verdächtigungen um angebliche Spiel-Manipulationen zu Gunsten von Bayer Leverkusen weitere Brisanz. "Wir haben Hinweise mit Substanz, wir müssen dem nachgehen", erklärte Günther Feld, Sprecher der Kölner Staatsanwaltschaft. Mehrere Blätter hatten am Wochenende von Hinweisen berichtet, der abstiegsbedrohte Klub könne im Frühjahr 2003 mehrere Spiele beeinflusst haben.

Dagegen teilte Calmunds Rechtsanwalt Stefan Seitz mit: "Herr Calmund hat zu keinem Zeitpunkt Spiel-Manipulationen veranlasst oder an solchen mitgewirkt." Die Gerüchte seien absurd und entbehrten "jeder Tatsachengrundlage". Mit Erstaunen und Zurückhaltung reagierte die Bayer-Führung. "Wir haben dafür keine Indizien", erklärte Meinolf Sprink, Sportbeauftragter der AG. Calmund-Nachfolger Wolfgang Holzhäuser sagte: "Man sollte derartige Vorwürfe öffentlich nicht erheben, solange man sie nicht beweisen kann."

Mehr Licht ins Dunkel der Affäre soll Anfang der Woche die erste Vernehmung Calmunds durch die Kölner Staatsanwaltschaft bringen. der Termin werde "ein Befreiungsschlag", kündigte er an. Die Ermittlungen laufen nach Angaben von Feld in alle denkbaren Richtungen. "Wir haben bei unseren Ermittlungen keine Scheuklappen auf", sagte der Oberstaatsanwalt der "SZ". Es sei "unsinnig, eine Möglichkeit wie Manipulationen auszuschließen".

Dem DFB liegen nach Angaben von Sprecher Harald Stenger bisher "keine konkreten Hinweise oder Erkenntnisse vor, dass Spiele manipuliert worden sind". Der Verband habe ein großes Interesse daran, die Aufklärung voranzutreiben, "wenn Fakten auf dem Tisch liegen", erklärte Stenger im DSF. "Jetzt hat die Staatsanwaltschaft das Heft des Handelns in der Hand."

Laut "Focus" stehen drei Beschuldigte im Verdacht des "gewerbs- und bandenmäßigen Betrugs". Sie sollen mehrere Spiele manipuliert haben, darunter das Eröffnungsspiel der Allianz Arena am 30. Mai 2005 zwischen dem TSV 1860 und dem 1. FC Nürnberg (3:2). Dazu sollen sie Kontakt mit Spielern beider Vereine aufgenommen haben. Bei der Partie soll sich ihr Wettgewinn bei einem Einsatz "zwischen 300 000 und 400 000 Euro" auf "zirka eine Million Euro" belaufen haben, wie das Magazin unter Berufung auf Ermittlerkreise zitiert.

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