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Chaos schon vor der Tour 2007

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- Paris - Die Präsentation der Tour de France 2007 sorgt für reichlich Zündstoff. Der UCI-Präsident Pat McQuaid wurde zu der Vorstellung am heutigen Donnerstag in Paris nicht eingeladen, der scheidende Tour-Chef Jean-Marie Leblanc mahnt Solidarität im Anti-Doping-Kampf an, und spanische Sportzeitungen berichteten gestern "von Bestrebungen, 2006 keinen Sieger zu benennen". Auch ist von massiven Benachteiligungen des formal Zweitplatzierten Oscar Pereiro die Rede.

Laut der Zeitung "El Pais" habe bereits am Samstag, den 22. Juli, dem vorletzten Tour-Tag, um 18.02 Uhr festgestanden, dass die A-Probe des späteren Toursiegers Floyd Landis positiv war. Der Amerikaner hätte somit zur letzten Etappe gar nicht mehr antreten dürfen, und der Spanier Pereiro hätte bereits beim Tour-Finale am 23. Juli auf den Champs Elyse in Paris zum Sieger erklärt werden müssen.

Das mit der Untersuchung der Dopingprobe beauftragte Labor Chatenay-Malabry bei Paris hätte die positive Analyse laut dem Zeitungsbericht aber erst am Dienstag nach dem Tourende dem Weltverband UCI und der Welt-Anti-Doping-Agentur WADA das Ergebnis gemeldet.

Der Sportgerichts-Prozess gegen Landis, der darin Verfahrensfehler geltend machen will, befindet sich derweil noch in der Schwebe. Die spanische Sportzeitung "AS" zitierte Team-Chef José Miguel Echavarri, der mit Klage droht, falls sein Fahrer Pereiro nicht am Grünen Tisch zum Sieger der Tour 2006 erklärt werden sollte. Dritter der diesjährigen Auflage wurde der Cottbuser Andreas Klöden, der nun auch auf ein Aufrücken hofft.

Der Weltverband UCI zeigte sich befremdet, weil sein Chef McQuaid nicht zur diesjährigen Tour-Präsentation eingeladen wurde. Der Tour-Organisator ASO steht an der Spitze einer Oppositions-Gruppe gegen die UCI. Dabei geht es vor allem um Fragen der ProTour-Rennen.

Begründet wurde die Nicht-Berücksichtigung des Iren mit der Nicht-Vereinbarkeit eines gemeinsamen Anti-Doping-Kampfes. Die Tour-Chefs hatten wie die WADA der UCI mehrmals Nachlässigkeiten in Dopingfragen vorgeworfen.

Der langjährige Tour-Direktor Leblanc, der die Geschäfte am Donnerstag offiziell in die Hände Christian Prudhomme übergeben wird, mahnte: "Der Radsport muss seine Glaubwürdigkeit zurück erkämpfen. Das ist eine Mission, eine Pflicht für diesen Sport, der durch die Affären dieses Jahres nötig wurde. Radsport hat seine Glaubwürdigkeit weitgehend verloren. Die gesamte Radsport-Gemeinde, insbesondere die hauptsächlich betroffenen Mannschaften, ihre Fahrer und ihre Ärzte, müssen alles tun, um sie zurückzuerlangen".

Der Ex-Radprofi und frühere Sportjournalist regte zudem an: "Auch im Portemonnaie muss es wehtun. Warum sollten Betrüger nicht Gehälter und Prämien zurückzahlen müssen?"

Die Tour de France 2007 startet am 7. Juli in London mit einem acht Kilometer langen Prolog. Die erste Etappe führt von London nach Canterbury. Danach kehrt der Tross nach Frankreich zurück.

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