Der Ball soll wieder rollen: Doch Corona legt den Amateurfußballern auch in der Saison 2021/22 wieder einige Steine in den Weg, die es zu beachten gilt.
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Der Ball soll wieder rollen: Doch Corona legt den Amateurfußballern auch in der Saison 2021/22 wieder einige Steine in den Weg, die es zu beachten gilt.

Die Pandemie begleitet die Amateurfußballer weiter

Quarantäne, Fans, Spielabsagen: Corona-Fragen zum Saisonstart

  • VonPatrick Hilmes
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Die Spielzeit 2021/22 steht in ihren Startlöchern. Doch auch in der neuen Saison wird Corona den Fußball begleiten. Hier erfahrt ihr alles, was ihr dazu wissen müsst.

München – Der Duft von frisch gemähtem Rasen, durchschwitzten Trikots, schalem Bier, der gebräunten Wurst auf dem Grill. Die brachiale Grätsche, die Experten am Spielfeldrand, der Einwand „Der hat schon Gelb“, das Grantln über den Schiedsrichter, das Abklatschen in der Kabine, der unterklassige Trainer mit dem Matchplan á la Pep Guardiola – und noch so vieles mehr.

Das alles macht die Faszination Amateurfußball aus. Das alles fehlte lange. Das alles kehrt nun zurück – auch im Landkreis Garmisch-Partenkirchen. Am kommenden Wochenende startet der 1. FC Garmisch-Partenkirchen in die Landesliga-Saison 2021/22, eine Woche später ziehen die unterklassigen Klubs nach. Die Sehnsucht nach Normalität ist groß, gänzlich wird es sie aber nicht geben. Die Corona-Pandemie ist weiterhin im Alltag aller verankert und wirft auch jetzt noch Fragen auf. Daher hat sich das Tagblatt um einige Antworten bemüht.

Was passiert, wenn ein Spieler positiv auf das Corona-Virus getestet wird?

Die betreffende Person muss sich unverzüglich in Isolation begeben und das zuständige Gesundheitsamt informieren. Die Quarantäne endet bei einem asymptomatischem Krankheitsverlauf frühestens nach 14 Tagen. Zusätzlich ist ein negativer PCR- oder Antigentest erforderlich, der ebenso frühestens an Tag 14 nach dem positivem Ergebnis vorgenommen werden kann. Bei leicht symptomatischem Krankheitsverlauf gilt zusätzlich, dass die Person 48 Stunden symptomfrei sein muss. Die zuständige Kreisverwaltungsbehörde entscheidet über die Beendigung der Isolation.

Müssen Mannschaftskollegen, Trainer und Gegenspieler automatisch in Quarantäne?

Nein. „Es wird immer der Einzelfall untersucht“, betont Wolfgang Rotzsche, Pressesprecher des Landrats Garmisch-Partenkirchen. Heißt: Es gibt keine pauschalen Aussagen. „Es wird versucht, genau nachzuvollziehen, wer mit der infizierten Person über welchen Zeitraum und in welcher Art und Weise Kontakt hatte. Wir versuchen immer diesen Personenkreis einzugrenzen“, erklärt Rotzsche.

Einzig enge Kontaktpersonen müssen sich 14 Tage isolieren. Als solche gilt man, wenn man länger als zehn Minuten im engen Kontakt (weniger als 1,5 Meter) ohne adäquaten Schutz – Maske, egal ob FFP2 oder medizinische – zum Infizierten stand. Fand ein Face-to-Face-Kontakt ohne Mund-und-Nasen-Schutz statt, gilt die Person unabhängig von der länge des Gesprächs als enge Kontaktperson. Auch ein gleichzeitiger Aufenthalt ab zehn Minuten im selben Raum mit wahrscheinlich hoher Konzentration infektiöser Aerosole (beispielsweise Umkleidekabine) bringt einem den Status „enge Kontaktperson“ ein. Dabei spielt Abstand und das Tragen einer Maske keine Rolle.

Gibt es Ausnahmen?

Ja. Vollständig Geimpfte sind von dieser Regelung befreit. Das gilt ebenso für Personen, die bereits von einer PCR-bestätigten SARS-CoV-2-Infektion genesen und einmal geimpft sind. Zusätzlich entgeht man der Quarantäne, wenn man genesen ist und der enge Kontakt in den sechs Monaten nach der eigenen Infektion erfolgte. Treten allerdings bei diesen Personen innerhalb von 14 Tagen typische Symptome auf, muss sich derjenige für 14 Tage in häusliche Isolation begeben.

Kann man sich freitesten?

Nein. Positiv Getestete und enge Kontaktpersonen haben keine Chance, der Isolation zu entgehen, eine 14-tägige Quarantäne steht ihnen mindestens bevor.

Muss die Mannschaft, die einen Infizierten in ihren Reihen hatte, das nächste Spiel absagen?

Nicht pauschal. Entscheidend ist immer, ob das jeweilige Team noch spielfähig ist. Dies ist der Fall, wenn 13 spielberechtigte Akteure zur Verfügung stehen. Erst wenn eine Mannschaft lediglich zwölf oder weniger Kicker am Spieltag zusammenbekommt, kann die Partie abgesagt werden.

Wie geht eine Mannschaft vor, die nicht die erforderliche Spieleranzahl aufbieten kann?

Der Verein meldet dies dem zuständigen Spielleiter. Werden die nötigen Nachweise fristgerecht erbracht, wird die Begegnung neu angesetzt. Werden die Nachweise nicht fristgerecht eingereicht, wird das Spiel umgehend als „Nichtantritt“ an das Sportgericht gemeldet. Dieses entscheidet dann über eine mögliche Wertung oder eine Neuansetzung.

Was passiert, wenn ein Spiel nicht mehr nachgeholt werden kann?

Für den Fall, dass eine Partie nicht bis zum Spieljahresende nachgeholt werden kann, wird das Spiel mit drei Punkten und 2:0-Toren für den Gegner gewertet. Eine Anzeige aufgrund Nichtantritt erfolgt in diesem Fall nicht.

Wie viele Fans sind zugelassen?

Bei Sportveranstaltungen unter freiem Himmel ist die Anwesenheit von bis zu 1500 Besuchern zulässig – einschließlich geimpfte oder genesene Personen. Maximal 200 Zuschauer dürfen Stehplätze einnehmen, der Rest muss festen Sitzplätzen zugeordnet werden. Bis zum Erreichen des Sitzplatzes gilt die Maskenpflicht. Ebenso ist die Einhaltung des Mindestabstandes von 1,5 Metern auf dem gesamten Gelände zu gewährleisten. Bei Sportveranstaltungen mit länderübergreifendem Charakter können die Veranstalter die Kapazität der jeweiligen Sportstätte bis zu 35 Prozent ausschöpfen, maximal 20 000 Zuschauer mit festen Sitzplätzen. Hierbei sind Stehplätze nicht zugelassen.

Werden Kontaktdaten erfasst?

Ja. Die Kontaktdatenerfassung sollte nach Möglichkeit online erfolgen, um Menschenansammlungen beim Betreten der Sportstätte zu vermeiden. Beispielsweise kann dafür die Luca-App verwendet werden. „Der Umgang damit ist wirklich sehr einfach“, bestätigt Pressesprecher Rotzsche aus eigener Erfahrung. Name und Kontaktdaten werden (bei Sitzplatzvergabe sitzplatzbezogen) für die Dauer von vier Wochen gespeichert.

Welche Inzidenzwerte sind maßgebend?

Solange die Sieben-Tage-Inzidenz – entscheidend ist die jenige, wo das Spiel stattfindet – stabil unter 50 liegt, verändert sich nichts. Übersteigt der Wert die 50er-Marke, müssen Besucher einen negativen Test vorlegen. Daran ändert sich auch nichts, wenn der Wert von 100 der Sieben-Tage-Inzidenz überschritten wird. Bei Großveranstaltungen mit länderübergreifendem Charakter ist die Grenze bereits bei 35 erreicht. (Patrick Hilmes)

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