Nach dem Wettkampf strahlten Jana Morawietz (v.l.), Andrea Raithel, Antonia und Maria stangl übers ganze Gesicht und präsentieren stolz ihre Bronzemedaille die sie beim „Double Dutch Speed“ gewonnen hatten.
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Nach dem Wettkampf strahlten Jana Morawietz (v.l.), Andrea Raithel, Antonia und Maria stangl übers ganze Gesicht und präsentieren stolz ihre Bronzemedaille die sie beim „Double Dutch Speed“ gewonnen hatten.

World Jump Rope championships

Crazy Skippies springen zu Bronze

Sie sind vier sympathische, aufgeweckte, junge und vor allem sportliche Mädchen. Als Crazy Skippies vom FC Lengdorf haben sie bei den World Jump Rope Championships in Orlando/Florida teilgenommen und eine Bronzemedaille sowie jede Menge beeindruckende Erfahrungen mit nach Hause gebracht.

Lengdorf Wieder einmal waren die drei Lengdorfenerinnen Andrea Raithel, Antonia und Maria Stangl sowie die 15-jährige Jana Morawietz, das Nesthäkchen aus Isen, auf internationaler Ebene sportlich unterwegs. Das erste Mal mussten die Crazy Skippies vom FC Lengdorf allerdings einen Wettkampf ohne ihre Trainerin Heide Huber meistern. Denn die hatte sich kurz zuvor am Knie verletzt. Dennoch stieg das Quartett selbstbewusst und voller Vorfreude in den Flieger Richtung Amerika. „Ganz allein, nur wir vier. Ohne Aufsicht, die habe ich quasi übernommen, weil ich schon 19 bin“, erzählt Antonia Stangl. Sie arbeitet als Sachbearbeiterin für Dienst- und Arbeitsrecht bei der Erzdiözese München-Freising und wirkt schon sehr erwachsen.

In die USA auf eigene Kosten

Bereits zum dritten Mal traten die einzigen Wettkampfspringerinnen des FCL bei den World Jump Rope Championships an, die dieses Mal in Orlando (Florida) mit 900 Teilnehmern aus 30 Ländern ausgetragen wurden. In den Vorjahren waren die Crazy Skippies schon in Paris, Prag und Portugal dabei. Aber die USA seien schon was ganz Besonderes für sie gewesen, meint die 17-jährige Raithel, die in Dorfen aufs Gymnasium geht: „Weil Rope Skipping ja aus Amerika stammt und dort auch der World Jump Rope das erste Mal stattgefunden hat.“ Praktisch war, dass sie während ihres zehntägigen Aufenthalts auf dem Campus der University von Central Florida, der zweitgrößten Uni der USA, wohnten, „und dass wir zu Fuß in die Halle gehen konnten“, findet Maria Stangl. Die 17-Jährige lernt Industriekauffrau bei BMW. Bezahlen mussten sie die Reise selber, ein bisschen was steuerten nur ihre Abteilung Kinderturnen und die VR-Bank bei.

Diese internationale Meisterschaft war für sie als Team ein großer Erfolg, sowohl sportlich als auch persönlich. „Das Feeling war richtig cool. Alle jubeln und feuern dich an, selbst wenn du nicht zu ihrem Verein gehörst“, betont Antonia Stangl. Eine solche Reise motiviere einen Sportler ungemein. „Man arbeitet auf dieses Ziel hin, will etwas erreichen, und wenn du den dritten Platz machst, ist es umso cooler“, fügt Realschülerin Maria Stangl an. Beeindruckend war für die vier auch das Ambiente bei der Eröffnung der fünf Wettkampftage.

0,1 Punkte fehlten zur zweiten Medaille

Obwohl sie in den 14 Tagen vor dem Abflug extrem viel trainiert hatten, starteten die Springerinnen nervös in die Speed-Disziplinen. Hier ist die Schnelligkeit der Sportlerinnen gefragt, um in vorgegebener Zeit so viele Sprünge wie möglich auszuführen. Die sehr jungen Crazy Skippies mussten sich gegen eine starke Konkurrenz in der Altersklasse 19 bis 29 Jahre beweisen. Mit dem neunten Rang im „Single Rope Speed 4 x 30 Sekunden“ konnten sich die Mädels jedoch über eine Platzierung in den Top zehn freuen.

Richtig ernst wurde es für sie am darauffolgenden Tag, an dem ihre besten Disziplinen an der Reihe waren. Trotz der unerträglichen Schwüle blieben die Athletinnen fokussiert und absolvierten die Wettbewerbe im „Double Dutch Speed“. In der Kategorie „3 x 40 Sekunden“, bei der zwei Seile in entgegengesetzte Richtung geschwungen werden müssen, landeten die Springerinnen auf dem siebten Platz. Als es dann bei „2 x 60 Sekunden“ auf die Ausdauer ankam, konnte sich das Team vom FCL mit 621 Sprüngen und Platz drei einen Treppchenplatz sichern und damit den Erfolg der Meisterschaften in Paris 2015 wiederholen.

An den letzten beiden Wettkampftagen galt es, trotz der Bronzemedaille die Konzentration zu bewahren. Mit persönlicher Bestleistung beendeten die Crazy Skippies ihren „Single Rope Team Freestyle“, bei dem Schwierigkeit und Kreativität zu passender Musik entscheidend sind. „Wir hätten es schaffen können“, meint Antonia Stangl. Letztlich fehlten aber 0,1 Punkte für eine zweite Medaille, sodass sie sich mit dem vierten Platz zufriedengeben mussten. Natürlich ärgert das einen, gibt Maria Stangl zu. „Aber wir springen schon ewig lange miteinander. Für uns war wichtig, dass wir saugut gesprungen sind. Wenn einer mal einen Hänger hat, dann ist es halt schade.“

Beim „Double Dutch Single Freestyle“ und dem „Double Dutch Team Freestyle“ zeigten die Mädels noch ein letztes Mal, was sie sich im Training des vergangenen Jahres mit viel Ehrgeiz und Motivation erarbeitet hatten, und wurden dafür mit zwei sechsten Plätzen belohnt.

Genügend Zeit für Besichtigungen

Nach den Finalwettkämpfen, an denen nur die besten Rope Skipper aller Altersklassen teilnehmen dürfen, folgte der Galaabend. Er bildete für Sportler, Trainer, Unterstützer und Organisatoren den gelungenen Ausklang einer Woche voller Höhepunkte. Motto war „Under the sea“ (Unterwasserwelt). Dresscode war türkis-weiß. „Wir haben uns richtig aufgebrezelt. Das macht Spaß, weil man auch mal alle nicht im Sportgewand sieht“, findet Raithel. Zeit, um nette Burschen kennenzulernen, blieb in den USA keine. „Aber wir kennen schon einige von unserem jährlichen Sommercamp. Die haben uns auch ein bisschen unterstützt, weil wir keine Trainer dabei hatten“, erzählt Antonia Stangl. Sie hätten sich in die Coaching-Zone gesetzt, die Crazy Skippies angefeuert und auch gefilmt, damit sie nachher ihre Fehler analysieren konnten.

Verständigungsschwierigkeiten und Heimweh gab es nicht, beteuern alle vier. Denn trotz intensiver Trainingseinheiten und harter Wettkampfvorführungen kamen Spaß und Abwechslung nicht zu kurz. Auf eigene Faust unternahmen die Mädels Ausflüge in die Universal Studios, besichtigen Orlando (auch Downtown) und gingen natürlich in Shoppingmalls, wo sie sich alle unter anderem Schuhe gekauft haben, jede ein anderes Modell, weil die dort billiger sind als daheim. Ihr Fazit: „Bei einer solchen Reise wächst man zusammen, wird selbstständiger und lernt, alles selber zu organisieren. Und es hat alles gut funktioniert.“

Birgit Lang

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