Daglfing-Verkauf "noch im Januar"

- München - Der Verkauf von Daglfing läuft planmäßig. So jedenfalls äußert sich Max Stadler, der Präsident des Münchner Trabrenn- und Zuchtvereins (MTZV): "Ich kann das Finanzamt nicht mehr länger vertrösten, eine Entscheidung wird noch im Januar fallen." Einen letzten Versuch, den Standort Daglfing zu erhalten, beurteilt Stadler eher skeptisch. Zwar habe es ein Gespräch mit Rennstallbesitzer Karl Lindinger und einem Partner gegeben, ein konkretes Angebot liege aber nicht vor.

Ein anderes Angebot steht dagegen nach wie vor: Der niederbayerische Unternehmer Günther Karl hat 11,5 Millionen Euro plus den Bau einer neuen Rennbahn geboten. Die Barsumme würde nach neuesten Berechnungen ausreichen, um den MTZV zunächst schuldenfrei zu machen. Der Finanzstatus des Vereins nämlich weist zum 31. Dezember 2004 ein Minus von knapp 11,2 Millionen Euro aus, dagegen stehen 678 000 Euro an Forderungen. Die dringendste Zahlung ist ans Finanzamt zu leisten: Von insgesamt knapp sechs Millionen Schulden sind 4,6 sofort zu begleichen. Ein Umstand, der den MTZV im Dezember an den Rand der Zahlungsfähigkeit gebracht hatte.

Umstrittenster Punkt bei der damaligen Mitgliederversammlung war die Aufgabe des Standorts Daglfing. Gerade Karl Lindinger aber gilt als großer Verfechter für die Beibehaltung der angestammten Heimat. Allerdings reicht sein Angebot offensichtlich noch nicht aus. Wird es nicht aufgebessert, wird Stadler ohne weitere Befragung der Mitglieder an Günther Karl verkaufen.

Noch in den Sternen steht, wo die Traber später eine neue Heimat finden sollen (das Karl-Angebot beinhaltet die weitere Nutzung Daglfings bis zum Umzug). Stadler hat einen Brief an Oberbürgermeister Ude geschrieben, in dem er die Frage stellt, ob die Stadt dem MTZV ein geeignetes Grundstück in München anbieten könne. Am kommenden Montag findet in dieser Sache ein Gespräch bei Stadtbaurätin Christiane Thalgott statt.

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