"Das wichtigste Ziel der DFL in diesem Jahr"

- Dubai - Karl-Heinz Rummenigge bleibt mit seinen Vermarktungsplänen der Fußball-Bundesliga offensiv. Im Gespräch mit dem Sport-Informationsdienst (sid) in Dubai erklärte der Vorstandsvorsitzende des FC Bayern: "Es ist wichtig, in Deutschland einen zweiten Pay-TV-Sender aufzubauen, der exclusiv nur Fußball zeigt. Dies wird das wichtigste Ziel der Deutschen Fußball Liga in diesem Jahr sein."

Gleichzeitig rechtfertigte Rummenigge seinen Vorstoß, ein Bundesliga-Spiel live am Sonntag um 14 Uhr auszustrahlen: "Natürlich wollen wir die Formel 1 treffen. Wenn wir mehr Geld erzielen wollen, geht das nur über Konkurrenz oder Druck." Unausgesprochen schwebt die Idee im Raum, Premiere und RTL, die beide die Formel 1 übertragen, zu höheren Zahlungen an die Bundesliga zu zwingen, um diese direkte Konkurrenz zu vermeiden und vom Markt zu kaufen.<BR><BR>Außerdem griff Rummenigge im "WamS"-Interview auch den DFB massiv an. Präsident Gerhard Mayer-Vorfelder reagierte darauf gelassen, ließ aber trotzdem eine verbale Spitze gegen den Bayern-Boss los: "Ich bin nicht mehr bereit, die Absonderungen eines Fußball-Managers zu kommentieren. Wir werden uns zur gegebenen Zeit in Ruhe und mit der nötigen Unaufgeregtheit mit den Verantwortlichen der DFL - ich betone: mit den Verantwortlichen! - zusammensetzen, um den Grundlagenvertrag zu besprechen."<BR><BR>Rummenigge hatte geklagt: "Wir können nicht immer Rücksicht nehmen auf den DFB. Wo hat der DFB auf die Bundesliga bisher Rücksicht genommen? Er hat den DFB-Pokal vermarktet mit ARD/ZDF, zu dem Zeitpunkt hatten wir noch keinen Free-TV-Sender. Mit höchsten Problemen haben wir im Sommer 2003 die ARD gewinnen können. Ich bin immer ein Freund des Amateur-Fußballs gewesen, aber man muss hier auch ein bisschen Flexibilität des DFB einfordern." Bislang dürfen zum Schutz des Amateur-Fußballs die Sonntagspiele der Bundesliga erst um 17.30 Uhr angepfiffen werden.<BR><BR>Premiere-Chef Georg Kofler sagte der "Bild", der Vorschlag einer Verlegung eines Top-Spiels auf Sonntag, 14 Uhr sei "unprofessionell und zuschauerfeindlich"; man dürfe nicht zwei Top-Ereignisse gegeneinander laufen lassen: "Wir warten entspannt ab, bis die Liga mit einem ganzheitlichen Konzept auf uns zukommt." RTL-Pressesprecher Matthias Bolhöfer sieht es ähnlich: "Jeden Tag kommt ein neuer Vorschlag aus der Bundesliga. Wir haben keine Lust mehr, das zu kommentieren. Wir warten die Entwicklung ab."<BR><BR>Und auch beim DSF, das bislang im Free-TV die Sonntags-Zusammenfassungen zeigt, heißt es, die Präferenzen seien anders gelagert. Das DSF verhandelt nach dem Ausstieg von Infront in dieser Woche erstmals mit der Liga über einen neuen Vertrag für die kommende Saison. Mit den bisherigen Quoten bei der Zusammenfassung der Sonntagspiele sind beide Seiten zufrieden.<BR><BR>Unterdessen liegen auch erste Reaktionen aus der Formel 1 vor. Willi Weber, Manager von Michael und Ralf Schumacher und damit dem deutschen Markt sehr zugetan, sagt: "Mit diesem Modell ist keinem gedient. Sowohl Bundesliga als auch Formel 1 würden unter Zuschauereinbußen leiden."<BR><BR>

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