1. Startseite
  2. Sport
  3. Mehr Sport

Deutsche Degendamen gewinnen WM-Bronze

Erstellt: Aktualisiert:

Kommentare

null

- Turin - Erleichtert fielen sich die deutschen Degendamen nach dem Gewinn der Bronzemedaille in die Arme, die Säbelherren hingegen konnten sich auch über Platz fünf richtig freuen.

Bei den Fecht-Weltmeisterschaften in Turin verbuchte die deutsche Equipe nach Peter Joppichs Florett-Gold das zweite Edelmetall. Claudia Bokel (Tauberbischofsheim), die Bonnerin Imke Duplitzer sowie die beiden Leverkusenerinnen Britta Heidemann und Marijana Markovic besiegten im Gefecht um Platz drei Europameister Rumänien mit 45:38 Treffern.

«Wir wollen unbedingt mit einer Medaille nach Hause kommen», sagte Heidemann. Die Herrensäbel-Mannschaft unterlag im Viertelfinale dem späteren Vize-Weltmeister Ukraine 34:45 und wurde respektabler Fünfter. «Das ist für das Säbel-Team ein guter WM-Abschluss», sagte Bundestrainer Jochen Rieg. Im Finale besiegte Frankreich die Ukraine 45:41. Bronze ging an Titelverteidiger Russland, das sich gegen Ungarn 45:34 durchsetzte. Den ersten Degentitel überhaupt sicherte sich China. Nach dem 30:28 über Deutschland besiegte der Olympia-Dritte im Finale Titelverteidiger Frankreich mit 45:26.

Die angestrebten vier Medaillen, die der Deutsche Fechter-Bund (DFeB) vor der WM als Ziel ausgegeben hatte, sind vor dem abschließenden Mannschaftsgefechten kaum mehr realisierbar. Das junge Damensäbel-Team ist krasser Außenseiter, die Florett-Herren um Einzel-Weltmeister Peter Joppich (Koblenz) hingegen Mitfavorit.

Vor dem Bronze-Gefecht hatten die Degendamen als Olympia-Zweiter im Halbfinale gegen China verloren. «Das war sicherlich nicht unbedingt nötig», sagte Bundestrainer Manfred Kaspar angesichts der zwischenzeitlichen Führung. Zwar reist sein Team zum sechsten Mal hintereinander bei einem Großereignis mit einer Medaille im Einzel oder mit der Mannschaft heim, doch auf das erste WM-Gold müssen die Degendamen seit Bokels Titel 2001 warten. «Medaille ist Medaille», meinte Duplitzer dazu.

Die deutschen Säbelspezialisten reisen erhobenen Hauptes und voller Zuversicht in die Zukunft aus Turin. Nach der Viertelfinal- Niederlage gegen Favorit Ukraine, der im Finale am Abend auf Titelverteidiger Frankreich traf, besiegten Dennis Bauer (Koblenz), Björn Hübner (Tauberbischofsheim) und Nicolas Limbach (Dormagen) Spanien 45:38. Im Gefecht um Platz fünf gelang ein 45:34 gegen die starken Südkoreaner. «Das war absolut rund. Nur wenn die Ukrainer normal fechten, können wir sie schlagen, aber dem war nicht so. Ich kann den Jungs keinen Vorwurf machen», meinte Rieg.

Die Equipe hat die Olympischen Spiele 2008 fest im Visier. Dann soll die Mischung aus zwei älteren Fechtern und den beiden Jungspunden Limbach und Hübner auch gegen die immer noch mächtige osteuropäische Konkurrenz stechen. «Wir haben einfach Spaß am Fechten», sagte Hübner und der nach einer Durchfall-Erkrankung immer noch geschwächte vorjährige Junioren-Weltmeister Limbach meinte: «Natürlich will ich diese Medaille. Ich fahre lieber Ferrari als Trabant.»

Auch interessant

Kommentare