DFB-Team: "Goldene Generation wächst heran"

- Frankfurt - Bundestrainer Jochim Löw sieht für das Nationalteam traumhafte Perspektiven. Der Verjüngungsprozess soll weiter forciert werden und sich möglichst schon bei der EM 2008 in Österreich und der Schweiz sowie der WM 2010 in Südafrika mit einem Titelgewinn auszahlen.

"Gerade mit den Jungen wie Lahm, Schweinsteiger, Podolski, Mertesacker haben wir auf die nächsten Jahre so etwas wie eine goldene Generation", schwärmte Löw gestern in Frankfurt bei einer Bilanz des WM-Jahres.

Zunächst fühlt sich Löw aber erst einmal urlaubsreif: "Ich sehne mich nach Ruhe." Für 2007 visiert der 46-Jährige dann ehrgeizige Ziele an: "Das Allerwichtigste ist die EM-Qualifikation. Da wollen wir möglichst früh einen entscheidenden Schritt tun." Die Liste des Perspektiv-Kaders umfasst derzeit 12 bis 15 Spieler. Dazu zählen laut Löw unter anderem der Stuttgarter Mario Gomez, die Leverkusener Stefan Kießling und Gonzalo Castro, der Berliner Kevin-Prince Boateng und Eugen Polanski von M‘gladbach. "Da rückt eine Generation nach, die Akzente setzen kann", meinte Löw.

Mit "Vorsicht und Nachdruck" will er die möglichen künftigen Nationalspieler gezielt fördern. Wie schnell dabei neue Namen ins Blickfeld rücken können, unterstrich Torwarttrainer Andreas Köpke am Beispiel von Manuel Neuer, der bei Schalke Frank Rost als Nr. 1 abgelöst hat. Schon im Januar sollen die Perspektiv-Spieler kontaktiert werden und ihnen im persönlichen Gespräch ihre Chancen vermittelt werden. Auch WM-Verlierer wie Kevin Kuranyi dürfen 2007 auf ein Comeback hoffen. "Man hat das Gefühl, dass Kevin jetzt in Schalke Fuß gefasst hat. Er steht bei uns weiter in den Notizbüchern", sagte Löw.

Das Rückgrat werden aber mittelfristig weiterhin die WM-Teilnehmer bilden. "Die Nationalmannschaft ist wieder Deutschlands liebstes Kind", hob Team-Manager Oliver Bierhoff den Imagegewinn des WM-Dritten hervor. Für Löw war 2006 aber "kein Märchen", sondern das Produkt eines klaren Konzepts: "Es war keine Zauberei, sondern harte Arbeit." Und die Ansprüche sind gewachsen: "Wir sind in der FIFA-Weltrangliste von Platz 17 auf 6 vorgerückt. Damit hängt die Latte sehr hoch." Das unterstrich auch Bierhoff, der eine mutige Titelrechnung aufmachte: "Bei der WM 1970 gab es auch ein Halbfinal-Aus gegen Italien. 1972 wurden wir Europameister und 1974 Weltmeister."

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