DHB-Team als Gruppenerster ins EM-Halbfinale

- Ljubljana - Der Europameistertitel ist für die deutschen Handballer in greifbare Nähe gerückt. Die Spieler hüpften und tanzten über das Spielfeld und feierten unter dem Jubel der Zuschauer den erneuten Einzug ins Halbfinale. Durch einen 28:23 (16:12)-Erfolg über Ungarn in Ljubljana erreichte der EM- und WM-Zweite als Sieger der Hauptrunden-Gruppe 2 das dritte Semifinale einer bedeutenden Meisterschaft hintereinander. In der Vorschlussrunde trifft die Auswahl des Deutschen Handball-Bundes (DHB) auf den Zweiten der Gruppe 1.

<P>Vor rund 4500 Zuschauern in der Tivoli-Halle überzeugte die deutsche Mannschaft mit Einsatz, Cleverness und Improvisationskunst. Bester Werfer beim Sieger war der Kieler Christian Zeitz (8), während sein Vereinskollege Henning Fritz im Tor glänzte.</P><P>"Wir sind noch nicht im Halbfinale. Wir müssen mit Vollgas spielen, sonst haben wir gegen die Ungarn keine Chance. Das ist eine Mannschaft, deren Moral man erst einmal brechen muss", hatte Brand vor dem WM-Sechsten gewarnt.</P><P>Seinen Stammspielern, die mehrheitlich beim deutschen Meister TBV Lemgo spielen, hatte der Bundestrainer am Vormittag trainingsfrei gegeben und sie stattdessen auf einen Spaziergang geschickt. "Es kommt darauf an, dass man frisch ist und konzentriert", begründete er diese Maßnahme. Der noch immer an einer Hüftprellung laborierende Linksaußen Heiko Grimm nahm zwar mit den Ergänzungsspielern am Training teil, konnte aber am Abend im entscheidenden Hauptrunden- Spiel wiederum nicht mitwirken.</P><P>Schon in der Anfangsphase der Partie peitschte Brand seine Mannen nach vorn. "Los, das war gut so. Das klappt noch mal", rief er auf das Parkett, nachdem Volker Zerbe nach guter Kombination über das Tor zielte. Doch das Team um Kapitän Daniel Stephan benötigte einige Zeit, um ins Spiel zu finden. Nachdem die deutsche Mannschaft mit 2:4 (6.) zurück lag, sorgte Torhüter Fritz mit seiner Steigerung nach einem gehaltenen Siebenmeter für die Initialzündung.</P><P>Beim 6:5 (11.) lag die DHB-Auswahl erstmals vorn und hatte beim 9:7 (17.) einen Zwei-Tore-Vorsprung. Dann jedoch forderten die Anstrengungen des Turniers bei Volker Zerbe ihren Tribut. Der 2,11 m große Rückraumspieler vom TBV Lemgo konnte wegen Knieproblemen nur noch in der Abwehr eingesetzt werden.</P><P>Doch sein Vertreter Christian Zeitz (Kiel) setzte viele Akzente. Mit sechs zum Teil tollkühn erzielten Treffern bis zur Pause hatte der unkonventionell agierende Linkshänder wesentlichen Anteil an der 16:12-Führung. In der Schlussphase des ersten Durchgangs verordnete Heiner Brand Spielmacher Daniel Stephan eine Pause und brachte den erst vor zwei Tagen eingeflogenen Steffen Weber (Kronau/Östringen), der seine Aufgabe gut löste.</P><P>Nach dem Wiederanpfiff legte die DHB-Auswahl sogar zunächst noch zu. Christian Schwarzer (Lemgo) erzielte mit seinem ersten Treffer das 20:14 (35.). Allerdings war damit die Moral der Ungarn noch lange nicht gebrochen. Die Magyaren kämpften sich Tor um Tor heran, weil ihr nach der Pause gekommener Torwart Nandor Fazekas bis Mitte des zweiten Durchgangs zehn Minuten lang alles hielt, was auf seinen Kasten kam. Doch da auch Gegenüber Fritz eine Glanzparade nach der anderen zeigte und zudem die deutschen Werfer ihre Sicherheit wieder fanden, gelang ein am Ende ungefährdeter und auch verdienter Erfolg.</P>

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