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Drei Neue, drei komplizierte Wege

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- Berlin - Ganz andächtig standen sie minutenlang in ihrer neuen DFB-Freizeitkluft da und lauschten den Ausführungen von Bundestrainer Joachim Löw. Nur nicht auffallen, nur nichts falsch machen, lautete gestern in Berlin bei der Pressekonferenz die Intention der drei Neulinge Jan Schlaudraff, Piotr Trochowski und Clemens Fritz.

"Jeder von uns ist hier erst einmal dabei, um Erfahrungen zu sammeln", brachte Angreifer Schlaudraff die Devise des Trios entsprechend defensiv und bescheiden vor. Er habe "keine großen Erwartungen. Das ist natürlich für jeden deutschen Fußballer ein Traum. Aber ich sehe das locker und entspannt", meinte Fritz. Und auch Trochowski sagte: "Ich will mich im Training ein bisschen anbieten und gucken, wie man da reinwächst."

Dabei besteht für die drei Debütanten beim Freundschafts-Länderspiel am Samstag in Rostock gegen Georgien die Chance auf einen Einsatz. Durch den Ausfall von Marcell Jansen könnte der Bremer Rechtsverteidiger Fritz sogar beim anschließenden EM-Qualifikationsspiel am Mittwoch in Bratislava gegen die Slowakei eine Alternative sein.

Zunächst wird Löw dem Trio Schlaudraff (23), Trochowski (22) und Fritz (25) aber erst einmal klar machen, "was wir von ihnen in Zukunft verlangen. Sie müssen sich klar sein, dass sie jetzt zur Elite gehören." Ausgewählt habe man die drei, "weil sie in ihren Vereinen regelmäßig spielen und weil wir glauben, dass sie unsere Philosophie gut umsetzen können. Nach diesen Kriterien werden diese Spieler bewertet", so Löw.

Dabei war es für alle drei Neulinge ein schwerer Weg bis nach ganz oben. Stürmer Schlaudraff war in Gladbach als bundesligauntauglich ausgemustert worden. Erst über den Umweg zweite Liga in Aachen schaffte der 23-Jährige den Sprung.

Der Bremer Fritz, 25, war früher Stürmer, schaffte als solcher aber nicht den Durchbruch. Erst die "Degradierung" vor zwei Jahren in Leverkusen zum Verteidiger brachte Fahrt in die Karriere.

Trochowski hätte eigentlich gar nicht in einer deutschen Nationalmannschaft landen sollen. Seine Eltern hätten es viel lieber gesehen, dass ihr talentierter und in Polen geborener Sohn für sein Heimatland kickt. Doch selbst eine Zeitungsannonce seiner Mutter, in der sie für den damals 15 Jahre alten Piotr in Polen groß Werbung gemacht hatte, brachte keinen Erfolg. "Ich wollte für Deutschland spielen, weil ich hier meine schulische und fußballerische Ausbildung genossen habe", sagte der Mittelfeldspieler des Hamburger SV, der mit fünf nach Deutschland kam.

Schwerer ist es ihm da schon gefallen, auf die Entscheidungsspiele der deutschen U 21 am 6. und 11. Oktober gegen England zu verzichten. "Wir haben zwei Jahre mit dieser Mannschaft etwas aufgebaut, da wäre es schon schön gewesen, dabei zu sein", meinte Trochowski: "Aber wenn du die Chance hast, beim A-Team zu sein, musst du das machen."

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