1. Startseite
  2. Sport
  3. Mehr Sport

Zu dünne Spielerdecke

Erstellt: Aktualisiert:

Kommentare

- Neuer Anlauf, neues Glück: Mit kleinem Kader, Mini-Etat und großen Hoffnungen starten die Basketballerinnen des MTSV Schwabing am Wochenende ins Abenteuer Bundesliga. "Wir wollen mit dem Abstieg nichts zu tun haben. Das ist unser Ziel. Das wird schwer, darüber sind wir uns im Klaren, aber es ist machbar", sagt Trainer Bastian Wernthaler vor dem Saisonauftakt am Sonntag (14 Uhr) gegen den letztjährigen Meisterschaftszweiten Oberhausen. Der erste Spieltag - das so genannte Season Opening - findet Samstag und Sonntag komplett in Göttingen statt.

Mit welchen Spielerinnen Wernthaler antreten wird, steht noch nicht fest. Noch fehlt eine starke Centerin. Etliche Gespräche sind bislang im Sande verlaufen. Doch bis zum Saisonstart soll ein Vertrag mit einer spielstarken US-Amerikanerin unter Dach und Fach sein. "Die Centerin muss absolut einschlagen", weiß Wernthaler. Denn die Personaldecke ist verdammt dünn im Vergleich zum Vorjahr, in dem sich Schwabing souverän aus Liga zwei in die Eliteliga hochgearbeitet hat.

Wernthaler von Czontos begeistert

Nur acht Spielerinnen stehen derzeit im Kader - allen voran Topscorerin Jezabel Ohanian. Die dynamische Flügelspielerin war heiß begehrt von der Konkurrenz, hat aber einen Job in München gefunden und hält Schwabing die Treue. Außerdem bleiben Renate Grutza, Conny Janzon, Verena Stürmlinger, Stefanie Kron und Magdalena von Geyr an Bord. Nicht mehr dabei sind Zdenka Ilic, Jadranka Mladan und Heidi Lanzendorfer, die sich den Bundesliga-Stress nicht mehr antun wollen, sowie Centerin Eve Walters, die beruflich sehr stark eingespannt ist. Aus der Zweiten stößt Julia Pfettner ins Team. Einziger namhafter Zugang ist bislang die ungarische Nationalspielerin Eszter Czontos. Die 23-Jährige kommt aus Zola Valan, hat dort 15 Punkte im Schnitt erzielt und kennt die Bundesliga aus ihrer Zeit vor zwei Jahren bei Rist Wedel.

"Eine phantastische Spielerin", schwärmt Wernthaler über die 1,79 m große Aufbauspielerin. Schon mit 13 Jahren feierte Czontos in Ungarn ihr Erstliga-Debüt bei Soproni Postos, wurde dort mit 16 ungarische Meisterin und gewann zudem den Ronchetti-Cup. Sie spricht neben ihrer Landessprache Deutsch und Englisch und soll das junge Schwabinger Team mit Ruhe und Übersicht zum Klassenerhalt führen. "Es macht großen Spaß, ihr zuzuschauen. Sie ist sicher eine der Top-Playmakerinnen der Liga", sagt der Trainer.

Gar nicht top ist hingegen das Budget. Mit geschätzten 100 000 Euro muss Schwabing haushalten - viel zu wenig für große Sprünge. "Das Geld ist knapp. Wir haben noch keinen Hauptsponsor, suchen dringend Sponsoren", gesteht Wernthaler. Ein Teufelskreis: Keine Sponsoren, kein Geld, keine leistungsstarken Spieler. "Auf diesem Amateur-Niveau Spieler zu bekommen, ist nicht einfach", sagt der Trainer. Also bleibt ihm und seinem Assistenten Sebastian Sturm nichts anderes übrig, als mit diesen bescheidenen Mitteln den Erfolg zu suchen. "Natürlich ist die Personaldecke dünn", sagt der Coach, "aber wenn sich keine Spielerin verletzt, können wir unser Ziel erreichen."

Die Auftaktspiele haben es in sich. In den ersten vier Partien trifft Schwabing auf Oberhausen, Dorsten, Göttingen und den deutschen Meister Wasserburg - die besten Teams der Liga und allesamt Titelkandidaten. Dem Aufsteiger drohen 0:8-Punkte. Aber der Trainer sieht's positiv: "In diesen Spielen rechnet eh keiner mit uns. Wir haben vier Wochen, um uns einzuspielen."

Auch interessant

Kommentare