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Im Eiltempo in die Weltklasse

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- München - Ihrer Sache war sich Amelie Kober bis zuletzt nicht so ganz sicher. Und so war es ganz gut, dass beim Festabend zur Wahl des Juniorsportler des Jahres im Hotel Bayerischer Hof auch auf ihrem Platz ein Programmheft lag. So wusste die junge Snowboarderin vom SC Miesbach wenigstens, woran sie ihre Nervosität auslassen konnte.

Nach einer Stunde "Arbeit" war das Heft zwar nicht mehr zu lesen, die Aufregung hatte sich aber gelohnt: Mit deutlicher Mehrheit wurde Amelie Kober von der Stiftung Deutsche Sporthilfe zur Junior-Sportlerin des Jahres gekürt.

Vor Kober hat diesen Erfolg seit 29 Jahren noch niemand aus dem Snowboarder-Lager geschafft. Und auch Amelie hat diesem Augenblick lange entgegenfiebern müssen: "Eigentlich bin ich schon seit zwei Jahren scharf auf diesen Preis. Das ist das größte, was man als junger Sportler erreichen kann." Wobei es eines ganz besonderen Jahres bedurfte, um die erfrischend-fröhliche junge Frau aus Oberbayern aus der Masse der jungen Welt- und Europameister auf den Gipfel des deutschen Nachwuchssports zu heben.

Alle Zeichen auf Profisport gestellt

So hatte das Ausnahmetalent des Deutschen Skiverbandes im vergangenen Winter im Eiltempo die Weltklasse erobert. Gleich im ersten Weltcup in Sölden brachte sie es in ihrer Spezialdisziplin, dem Parallel-Riesenslalom, auf Platz zwei. Kein Zufall, wie sich später bei den Olympischen Spielen in Turin herausstellen sollte, bei denen sich Kober erst im Finale der seit langem die Damen-Konkurrenz bestimmenden Daniela Meuli beugen musste.

Und nicht nur die Schweizerin ahnte: "Sie ist die Zukunft." Was wohl auch Amelie Kober selbst irgendwie überzeugend fand. Jedenfalls stellte die junge Frau, die in Kürze ihren 19. Geburtstag feiert, nach Turin die Zeichen auf Profisport. Ihre außersportlichen Angelegenheiten regelt jetzt eine Münchner Agentur. Die Schulbank tauschte sie gegen den Dienst in der Sportfördergruppe der Bundespolizei. Freizeit ist seither rarer geworden, selbst den geplanten Motorrad-Führerschein brachte der Motorsportfan im Sommer noch nicht zu Ende.

Doch die Umstellungen haben sich bereits ausgezahlt. Der Winter hat zwar noch nicht begonnen, doch Amelie Kober hat den kleinen Makel abgeschüttelt, der ihrer Karriere nach zahllosen zweiten Plätzen von der Junioren-WM 2004 und 2005 bis hin zu den Spielen in Turin anhaftete: Beim Saison-Auftakt im holländischen Landgraaf fuhr Kober ihren ersten Weltcup-Sieg heraus.

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