"Eine Beleidigung"

- Bremen/Schruns - Mit ungewohnt harscher Kritik durch Trainer und Manager hat Werder Bremen gestern das Trainingslager im österreichischen Schruns beendet. Sogar der sonst zurückhaltende Coach Thomas Schaaf schimpfte nach zuletzt zwei Testspiel-Niederlagen des Bundesligisten.

Schaaf: Jeder muss sich an die eigenen Knolle fassen

Vor allem aber Manager Allofs redete sich nach der 1:3-Niederlage gegen den Zweitligisten 1. FC Kaiserslautern geradezu in Rage: "Ich sehe das als Beleidigung für mich und den Trainer an. So kann ein Verein wie Werder Bremen sich nicht präsentieren. Man muss ja froh sein, dass das nicht im Fernsehen gezeigt wurde."

Die Mannschaft des Vizemeisters ist noch weit von der Form des Vorjahres entfernt, wie schon die 0:4-Niederlage gegen Olympiakos Piräus deutlich machte. Doch nach dem Auftritt gegen Kaiserslautern gab es beim meist vorsichtig formulierenden Werder-Führungspersonal kein Halten mehr. "Wir hatten alle Zutaten für ein grausames Spiel", ereiferte sich Allofs. "Die Spieler sind nur noch herumgelaufen und haben gehofft, dass bald Schluss ist und der Trainer hinterher nicht zu sehr schimpft."

Der Trainer aber schimpfte _ sogar öffentlich. Besonders verärgert war er über den Auftritt in der zweiten Halbzeit gegen Kaiserslautern: "Man muss sich erst einmal bewegen, um sich die Freiräume zu schaffen, um miteinander spielen zu können. In der zweiten Halbzeit war das nichts _ keine Gegenwehr, kein Tordrang!" Ausreden ließ der Coach nicht gelten: "Sicher, es war heiß und drückend, aber Kaiserslautern hat hier auch gespielt. Das ist kein Argument für so eine Vorstellung. Da muss sich jeder an die eigene Knolle fassen."

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