Eine kurze Brise weht Zonta ins Glück

- Innsbruck - Der Wind ist ein nicht immer willkommener Begleiter. Mal drückt er die Skispringer vorzeitig auf den Hang, mal bläst er sie aus der Balance. Am Bergisel machte sich der Wind negativ bemerkbar, indem er im zweiten Durchgang ganz verschwand. Die Folge: die Flüge wurden immer kürzer, die Gesichter länger. Nicht zuletzt beim deutschen Team. Der Zwischenstand nach den K.o.-Duellen hatte noch auf die Chance zur Großoffensive hingedeutet. Am Ende reichte es zwar noch zu einem passablen Mannschaftsergebnis, das aber zugleich das relativ schwächste dieser Tournee war.

<P>Bester war diesmal Sven Hannawald als Neunter, dahinter folgten dicht gedrängt Georg Späth (10.), Michael Uhrmann (11.) und Maximilien Mechler (13.). Martin Schmitt landete auf Rang 20. Die Gefühle waren gemischt, am besten drückte das Uhrmann aus: "Ich bin nicht zufrieden, aber auch nicht so unglücklich."</P><P>Einen etwas säuerlichen Eindruck machten auch einige Favoriten. Der Österreicher Martin Höllwarth fiel vom 1. auf den 5. Rang zurück; zum 13. Mal ist er bei der Tournee dabei, es wäre sein erster Tagessieg gewesen. Der Norweger Sigurd Pettersen, Sieger von Oberstdorf und Garmisch-Partenkirchen, musste sich als Viertplatzierter von seinem Wunschtraum verabschieden, alle vier Springen zu gewinnen. Der Finne Janne Ahonen (3. Platz), der im ersten Versuch mit 132,5 m die größte Tagesweite erzielte, schaut ohnehin immer etwas finster drein.<BR><BR>Strahlemann des Tages war indes Peter Zonta. Der 24-jährige Slowene nutzte eine kurze hilfreiche Brise, segelte 128,5 m weit und damit von Platz 8 auf 1 - sein erster Weltcupsieg überhaupt. Bei der Pressekonferenz sagte Zonta: "Seit ich sechs Jahre alt bin, habe ich von diesem Moment geträumt." Von ähnlich günstigen Verhältnissen profitierte der Finne Veli-Matti Lindstroem (20), der mit 124 m einen Sprung von 11 auf 2 machte.<BR><BR>Der Gesamtwertung konnte  der  Wind  allerdings nichts Wesentliches anhaben. Pettersen führt weiterhin vor Höllwarth, nun mit 26,9 Punkten Vorsprung. Ein komfortables  Polster  also für das Tournee-Finale am Dreikönigstag in Bischofshofen (RTL überträgt von 13 bis 16 Uhr). Toni Innauer, Sportdirektor des Österreichischen Skiverbands (ÖSV), klammert sich allerdings an eine letzte Hoffnung: "Pettersen  hat  diesmal  schon gewackelt.  Vielleicht  werden die Schwankungen noch größer."<BR><BR>Wolfgang Steiert haderte unterdessen mit der Jury, die für den zweiten Durchgang den Anlauf verkürzen ließ. Eine völlig unnötige Vorsichtsmaßnahme, wie der Bundestrainer fand: "Denn dann ist auch noch der Wind eingeschlafen und somit die Technik ganz zerbrochen." So wie bei Sven Hannawald. Der hatte eine Woche des Wankelmuts und Grübelns hinter sich: "Ich bekam einige Dämpfer auf den Kopf." Am Bergisel gelang ihm aber der mit Abstand beste Versuch dieser Tournee. 128 m schaffte er im ersten Durchgang, war somit Sechster mit soliden Perspektiven auf noch mehr. "Das Fluggefühl kommt langsam wieder zurück", stellte er hocherfreut fest. Seine 117,5 m im zweiten Versuch warfen ihn aber noch um drei Ränge zurück.<BR><BR>Georg Späth zeigte im zweiten Durchgang seine erste Schwäche auf der 52. Tournee. Nach 127 m reichte es nur noch zu 117 m, auch der Allgäuer verlor drei Ränge (von 7 auf 10) , zudem rutschte er vom 3. Podestplatz auf Rang 5 der Gesamtwertung. Das bisher gewohnte Lächeln war aus Späths Gesicht verschwunden: "Ich bin sehr enttäuscht", sagte er: "Aber in Bischofshofen geht es weiter." Dort soll der Wind wieder stärker wehen.<BR><BR></P>

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