Eine Träne kullert bei der Sieg-Premiere

- Haus - Der Blick auf die Anzeigentafel hat Maria Riesch überwältigt. Langsam kullerte eine Träne über ihre Wange, als sie die Ski in die Höhe stemmte. Und dann eilten auch schon die Teamkolleginnen herbei. Isabelle Huber, Petra Haltmayr und Hilde Gerg gratulierten der Jüngsten im Team zum ersten großen Triumph. Die 19-Jährige aus Garmisch-Partenkirchen hat bei der Weltcup-Abfahrt in Haus/Österreich den Arrivierten die Show gestohlen, die 3107 m lange Krummholzpiste in Haus am schnellsten bewältigt. Riesch war 46 Hundertstelsekunden schneller als Isolde Kostner aus Italien und 48 Hunderstel als die Österreicherin Renate Götschl. Hilde Gerg (Lenggries) wurde Vierte, den deutschen Erfolg komplettierte Petra Haltmayr (Rettenberg) mit Rang 10.

<P>"Der erste Sieg ist immer etwas Besonderes", sagte Maria Riesch, "da werde ich heute abend schon ein Flascherl aufmachen." Vermutlich zusammen mit den Eltern, die den Erfolg der Tochter verpasst hatten und erst am Abend in Haus eingetroffen sind. Die dreimalige Juniorenweltmeisterin hatte so recht niemand auf der Rechnung, trotz Trainingsbestzeit. Die war ihr in dieser Saison zuvor schon zweimal gelungen, aber stets hatte sie die Erwartungen nicht erfüllen können. Deshalb war es "eine große Erleichterung, dass ich das Trainingsergebnis endlich einmal bestätigen konnte". Geholfen hat ihr dabei die Erfahrungen aus Lake Louise und Cortina d'Ampezzo. "Da war ich zu nervös am Start."</P><P>Dieses Mal sei sie viel lockerer gewesen und hat sich auch nicht von einer Rennverzögerung stören lassen. Kirsten Clark war bei genau diesem Sprung gestürzt, der zwei Tage zuvor im Training schon Regina Häusl zum Verhängnis geworden war. Wie die Deutsche hat sich auch die Amerikanerin einen Kreuzbandriss zugezogen, darüber hinaus einen Unterarmbruch. Mehr als eine Viertelstunde war das Rennen unterbrochen gewesen. Die Strecke gehört nicht zu den spektakulären Abfahrtspisten des Weltcups. </P><P>"Ich wusste nicht, ob ich schnell oder langsam unterwegs bin. Fehler habe ich keinen gemacht", sagte Hilde Gerg, die in der Abfahrtsweltcupwertung nun 15 Punkte hinter Götschl liegt. Und dennoch gab es so viel Ausfälle wie selten zuvor in dieser Saison bei einem schnellen Rennen. "Hier ist es viel schwerer zu gewinnen als auf spektakulären Strecken", sagte Renate Götschl.<BR>Der rasante Aufstieg von Maria Riesch zur Siegfahrerin ist vor allem deshalb so erstaunlich, weil sie in allen vier Disziplinen startet - und als eine von nur vier Skirennläuferinnen auch überall in dieser Saison gepunktet hat. </P><P>Das Allroundtalent, dem Cheftrainer Wolfgang Maier eines Tages den Gewinn des Gesamtweltcups zutraut, zeichnet ein gesunder Realitätssinn aus. "Jetzt heißt es, erst einmal am Boden bleiben", sagte Maria Riesch, angesprochen auf das Ziel für die zweite Abfahrt in Haus am heutigen Samstag. Sie sieht sich nach ihrem ersten Sieg und dritten Podestplatz ihrer Karriere noch lange nicht am Ziel - und noch weit entfernt von ihrem Vorbild Katja Seizinger. "Sie hat alle vier Disziplinen bestritten, das  habe  ich  an  ihr  immer so  bewundert.  Ich  hoffe, dass ich auch einmal ganz nach oben komme." Maria Riesch ist auf dem besten Weg dorthin.<BR><BR></P>

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