Eishockey: EM soll Turniere und Testspiele ersetzen

Was gilt ein Ereignis wie der Deutschland-Cup heute noch? Ab 2009 könnte er gestrichen werden - dafür soll eine echte Europameisterschaft in den jährlichen Kalender.

Nach acht Jahren in Hannover steht der Deutschland-Cup vor einem Umzug nach Berlin, doch schon bald soll das Heimturnier des Deutschen Eishockey- Bundes (DEB) einer Europameisterschaft weichen. Ab 2009 sollen die besten zehn Nationen des Kontinents jährlich den EM-Titel ausspielen - in einer Länderspielserie, die die bisherigen Turniere ablösen soll. "Auch die Großen sind einverstanden", berichtete DEB-Generalsekretär Franz Reindl am Rande des 18. Deutschland- Cups in Hannover.

Bislang spielten die großen Vier - Russland, Tschechien, Schweden und Finnland - in vier Turnieren die sogenannte Euro Hockey Tour. Die Kleinen wie Deutschland und die Schweiz, aber auch die Slowakei blieben außen vor und mussten vorwiegend untereinander Länderspiele austragen. Einzig Russland sei noch gegen eine Öffnung, sagte der Schweizer Verbandsdirektor Peter Zahner.

Die neue Serie soll unter dem Dach des Weltverbandes IIHF als offizielle Europameisterschaft ausgespielt werden, auch soll es Punkte für die Weltrangliste geben. "Dadurch bekämen die Spiele eine höhere Wertigkeit und wären attraktiver", meinte Reindl. Aufgrund des früh feststehenden Spielplans sei es auch einfacher, große Hallen für Auftritte der Nationalmannschaft zu buchen. Beim IIHF-Kongress im Mai 2008 in Kanada soll, so Reindl, die EM beschlossen werden. Nach Reindls Vorschlag, den er im Oktober den Verbänden in Zürich vorstellte, könnten die besten sechs Europäer in einer A-Gruppe den Titel ausspielen, vier weitere Länder in einer B-Gruppe um den Aufstieg in die Elite kämpfen. "Jeder soll auf zehn Heim- und zehn Auswärtsspiele kommen", erklärte Reindl.

Die Partien sollen in fünf Blöcken Anfang September, im November, Dezember, Februar und April ausgetragen werden - zu Zeiten, in denen bislang schon Turniere oder Vorbereitungsspiele stattfanden. Nach einem Schweizer Alternativplan sollen sogar alle gegeneinander spielen. Der Deutschland-Cup würde dann durch zwei EMHeim- und zwei EM-Auswärtsspiele ersetzt. Da der neue Wettbewerb aber voraussichtlich erst in der übernächsten Saison realisiert werden kann, müsste für das DEB-Turnier 2008 noch eine Lösung gefunden werden.

Hannover will angesichts einer Garantiesumme von rund 270 000 Euro, die jährlich an den DEB zu zahlen ist, und bescheidenen Zuschauerzahlen die Veranstaltung trotz Vertrags bis 2009 abgeben. "Wir werden das Gespräch mit Berlin suchen", kündigte Marco Stichnoth, Geschäftsführer der Arena in Hannover, an. Die Anschutz Entertainment Group (AEG), Besitzer der Eisbären, die im Herbst 2008 am Ostbahnhof eine neue 150 Millionen Euro teure und 17 000 Zuschauer fassende Multifunktionsarena eröffnet, signalisierte bereits Interesse. "Wir müssen prüfen, ob der Deutschland-Cup in unseren Terminplan für 2008 passt", sagte AEG-Sprecher Moritz Hillebrand: "Wir haben immer Interesse an attraktiven Veranstaltungen."

Hannover hatte das DEBTurnier im Jahr 2000 nach zweijähriger Pause mit Blick auf die Heim-WM 2001 wieder ins Leben gerufen. Seitdem blieb die Zuschauerresonanz aber meist hinter den Erwartungen zurück. 17 522 Fans wurden diesmal an vier Tagen gezählt - über 3000 weniger als im Vorjahr (20.867). "Hannover hat aus dem Schläfer Deutschland-Cup ein renommiertes Turnier gemacht", lobte Reindl, ergänzte aber auch: "Vielleicht können wir mit Berlin noch etwas Größeres auf die Beine stellen."

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