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EM-Wahnsinn mit der Laufbahn-Lollobrigida

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Von: Jörg Heinrich

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Erste Aufarbeitung des Unglaublichen mit Lufi: 100-m-Europameisterin Lückenkemper im ARD-Interview. Screenshot/ARD
Erste Aufarbeitung des Unglaublichen mit Lufi: 100-m-Europameisterin Lückenkemper im ARD-Interview. Screenshot/ARD © Screenshot

Ach München, du bist so wunderbar. Natürlich auch wegen den European Championships. Im Olympiastadion weiß vor allem eine zu begeistern.

München - Oh, wie war das schön! Die ARD-Sportler stellten am deutschen Leichtathletik-Nationalfeiertag im Münchner Olympiastadion einen Wahnsinns-Weltrekord im „Wahnsinn“- Sagen auf. Claus Lufen, Frank Busemann & Co. verrieten den 4,4 Millionen Zuschauenden im Laufe der zweieinhalb Stunden exakt 137-mal, dass der Abend der reine „Wahnsinn“ war. Das haben wir vom Fernseheckerl eigenohrig mitgezählt. Und weisen Sie uns erst mal das Gegenteil nach! Es war jedenfalls wahnsinnig unterhaltsam, dass zur besten Sendezeit um 20.15 Uhr im Ersten Live-Sport kam – bei dem ausnahmsweise nicht gegen einen Fußball getreten wurde.

Der Busemann-Wahnsinn: Der ewig junge Alt-Zehnkämpfer Frank Busemann ist ein quirliger und begeisternder Leichtathletik-Erklärer. Er beschrieb seine Gefühlslage im Ruhrpott-Denglisch schlicht und einfach als „Sensaischjonell“. Und er wusste schon vor den epochalen 1500 Metern, dass Niklas Kaul auf dem Weg zum Zehnkampf-Gold ist: „Er hat den Speer auf 76 Meter gedonnert. Jetzt darf er sich bloß nicht mehr verlaufen - aber der Wech ist ja ausgeschildert.“ Der ARD-Experte war dermaßen wahnsinnig gut drauf, dass wir vor dem Fernseher mit den Kindern gesungen haben: „Es tanzt ein Bi-Ba-Busemann in unserm Kreis herum.“ Fidibumm.

Der Kaul-Wahnsinn: Ralf Scholt und Wilfried Hark kommentierten die Rosendahl-Meyfarth-Jubiläums-Sause so mitreißend, dass man beinahe an gute alte Gerd-Rubenbauer-Dieter-Adler-Zeiten denken musste. Man hört nicht immer genau heraus, wer von den beiden gerade redet, deshalb stehen sie bei uns als „Scholthark“ oder kurz „Schark“ in den Notizen. Und Schark war stark. Jetzt schon legendärer O-Ton Scharki beim Kaul-Gold: „Das Stadion vibriert und bebt. Er ist ein Wahnsinnsmann. Es ist wie ein Donnerschlag, ein Wahnsinn! Das ist so ein krasser Typ, es ist ein legendärer Abend.“ Es war der helle Wahnsinn, falls wir es noch nicht erwähnt haben. Oder in den Worten vom Schark: „Das ist alles pures und pralles Leben.“

Der Gina-Wahnsinn: Und dann stürzt auch noch unsere Lückiiiiiiiii, die Gina nazionale, die Laufbahn-Lollobrigida, mit einem Becker-Hecht zu Gold. Der Bi-Ba-Busemann war schon vor dem Rennen völlig aufgelöst: „Ich bin komplett benebelt von dem ganzen Abend.“ Nach dem Sieg nahm Claus Lufen die neue Europameisterin mit einem lässigen Fistbump, Faust gegen Faust, in Empfang. Im Grunde ist es ja nicht die Kernaufgabe von Reportern, vor der Kamera zusammen mit Sportlern zu feiern – aber hier hat’s gepasst. Lufi berichtete dann von der dramatischen Lücki-Verletzung: „Sie musste mir erst das Blut zeigen, dass da unten raustropft.“ Sie sehen: Es war ein legendärer Abend – und der wahnsinnigste Wahnsinn seit Wolle Petry. JÖRG HEINRICH

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