EM-Medaille für Chemnitzer Paarläufer möglich

- Turin - Die deutschen Meister Aljona Sawtschenko und Robin Szolkowy aus Chemnitz sind glänzend in ihre erste gemeinsame Europameisterschaft gestartet und haben mit Rang vier nach dem Kurzprogramm sogar die Chance auf eine Medaille.

Die ukrainische Junioren-Weltmeisterin von 2000 und der gebürtige Sachse beeindruckten die 7000 Zuschauer in der olympischen Palavela-Arena von Turin ebenso wie die Preisrichter. Eine Klasse für sich waren die russischen Weltmeister Tatjana Totmianina/Maxim Marinin, die vor ihren Landsleuten Julia Obertas/Sergej Slawnow und Maria Petrowa/Alexej Tichonow das Feld anführen.

In den 2:40 Minuten ihrer Kurzkür bestätigten die Senkrechtstarter Sawtschenko/Szolkowy eindrucksvoll, warum Eiskunstlauf-Experten sie schon in naher Zukunft zur Weltspitze zählen. Lediglich ein Patzer bei der Landung des hoch geworfenen dreifachen Wurfsalchows und eine misslungene Pirouette kostete sie wertvolle Punkte. Mit 59,45 Zählern erreichten sie nach dem neuen Wertungssystem eine persönliche Bestleistung. «Ich bin erleichtert, den ersten Auftritt so gut über die Runden gebracht zu haben», sagte der 25 Jahre alte Szolkowy. Seine vier Jahre jüngere und ehrgeizige Partnerin haderte da mehr: «Schade, es hat nicht alles geklappt.»

Dem pflichtete auch der kritische Trainer Ingo Steuer bei, der 1997 mit Mandy Wötzel mit Silber die letzte Paarlauf-Medaille für die Deutsche Eislauf-Union (DEU) holte. «Das waren ärgerliche Patzer, die im Training nicht passiert sind», sagte der ehemalige Weltmeister. Sein Zielstellung mit Rang fünf ist für das Duo, das vor eineinhalb Jahren durch einen E-Mail-Kontakt zueinander fand, allemal drin.

Mit einer guten Platzierung will vor allem Aljona Sawtschenko auf sich aufmerksam machen, um ihre beantragte Einbürgerung vor Olympia 2006 zu beschleunigen. Bereits 2002 sammelte sie erste Erfahrungen in Salt Lake City, wo sie mit ihrem damaligen Partner Stanislaw Morozow 15. wurde.

Eine gute sechste Platzierung vor der Kür erreichten vorerst Rebecca Handke/Daniel Wende (Möhnesee/Essen). Können beide deutschen Paare ihre Plätze am Ende bestätigen, hat die DEU bei der EM 2006 in Lyon drei Startplätze.

Zuvor waren die Dortmunder Eistanz-Geschwister Christina und William Beier nicht über den 17. Rang im Pflichttanz hinausgekommen, im Vorjahr waren sie einen Platz besser. Die Titelverteidigung nahmen die Russen Tatjana Nawka/Roman Kostomarow mit einem einwandfreien Goldenen Walzer ins Visier. Sie führen das Feld vor Jelena Gruschina/Ruslan Gonscharow (Ukraine) und den Bulgaren Albena Denkowa/Maxim Stawiski an.

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