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Empörung über die "italienische Komödie"

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- Rom - Juventus Turin droht mit dem Gang durch alle Instanzen, Verbandschef Guido Rossi mit Rücktritt und der Serie A eine Verschiebung des Saisonstarts auf Mitte September: Nach den überraschend abgemilderten Urteilen beim Berufungsprozess im italienischen Fußballskandal droht im Land des Weltmeisters in den kommenden Wochen heilloses Chaos.

"Dieses Urteil ist ein Skandal. Juve zahlt für alle. Wir werden auch beim Olympiaverband CONI Einspruch einreichen. Wir werden nicht halt machen, bis dieses Urteil rückgängig gemacht wird", sagte Juve-Präsident Giovanni Cobolli Gigli.

Die "alte Dame" und ihre Anwälte rechnen weiter fest mit dem Verbleib in der Serie A. Auch der vermeintliche Drahtzieher des Manipulationsskandals, Luciano Moggi, scheint trotz eigener Verfehlungen kein Verständnis für die Bestrafung von Juve zu haben. "Ich bin sprachlos. Dieses Urteil ist unannehmbar. Nur Juve ist für die Affäre verantwortlich gemacht worden", sagte Moggis Anwalt Fulvio Gianaria.

Juve , Florenz und Lazio erheben erneut Einspruch

Moggi zählt zu den wenigen Angeklagten im Verfahren, für die die erstinstanzliche Strafe bestätigt wurde. Der Manager wurde mit einer fünfjährigen Berufssperre bestraft. Dagegen feierten der AC Florenz und Lazio Rom am Mittwoch die überraschende Rückkehr in die Serie A. Das Berufungsgericht hatte den Zwangsabstieg der beiden Traditionsklubs zurückgenommen und stattdessen nur Punktabzüge zum Saisonstart auferlegt. So muss Florenz mit 19 und Lazio mit 11 Minuspunkten in die neue Spielzeit starten.

Als größter Gewinner der Berufungsverhandlung fühlte sich dagegen der vom Zwangsabstieg verschonte AC Mailand. Die Punktabzüge für die abgelaufene Saison wurden derart reduziert, dass Milan nun voraussichtlich sogar wieder an der Qualifikation für die Königsklasse teilnehmen darf. Die Uefa entscheidet heute. Denn mit nur 30 statt bisher 44 Punkten Abzug ist der Klub von Ex-Ministerpräsident Silvio Berlusconi in der "bereinigten Tabelle" Dritter der Meisterschaft 2005/2006. Dafür muss Milan mit 8 Minuspunkten in die Saison starten und erhielt eine Platzsperre von einem Spiel.

Das Rechtsanwälte-Team von Juve sowie die Anwälte von Florenz und Lazio wollen nun bei einem römischen Verwaltungsgericht erneut Einspruch gegen die Urteile einreichen. Das Verwaltungsgericht wird Mitte August die Einsprüche der Klubs überprüfen. Nach Angaben italienischer Medien ist eine Verschiebung des am 27. August geplanten Beginn der Serie A unumgänglich.

Mit Spott und Hohn reagierten Italiens Medien auf die milden Urteile. "Eine italienische Komödie" bezeichnete "La Repubblica" das Ergebnis des Berufungsprozesses. "Mildere Strafen, doch die Klubs feiern nicht. Alle Verbände wollen Einspruch einreichen. In die Serie B geht nur Juve. Dies bestätigt seine zentrale Rolle im Skandal. Es war logisch, dass der Turiner Klub mehr als die anderen für die Affäre zahlen würde", kommentierte die "Gazzetta dello Sport".

Völlig desillusioniert zeigte sich auch der kommissarische Präsident des Fußballverbandes (FIGC), Guido Rossi. Rossi reagierte empört auf die abgeschwächten Urteile und denkt über Rücktritt nach. Der ehemalige Mailänder Staatsanwalt Gerardo D'Ambrosio sprach von einer "verlorenen Gelegenheit", um den italienischen Fußball zu säubern: "In Italien besteht eine verbreitete Illegalität, die man schwer ausmerzen kann."

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