EM-Qualifikation: Lösbare Aufgaben für DFB-Team

- Montreux - Erneutes EM-Duell gegen Tschechien, schnelles Wiedersehen mit der Slowakei, dazu Irland, Wales, Zypern und San Marino als weitere Gegner - auf dem Weg zur EM 2008 in Österreich und der Schweiz ist der DFB-Elf ihr schon traditionelles Losglück treu geblieben.

Die Auslosung der Qualifikationsgruppen im Stravinsky-Auditorium des Congress Centrums von Montreux bescherte dem erstmals nicht im besten Topf gesetzten Team von Bundestrainer Jürgen Klinsmann für die Zeit nach der Weltmeisterschaft im eigenen Land durchweg lösbare Aufgaben.

«Es ist eine gute Gruppe. Man muss die Mannschaften absolut ernst nehmen, aber das ist machbar. Es ist kein einfacher Weg, aber man kann das Ganze sehr positiv betrachten», kommentierte Klinsmann die Auslosung, die seinem Team das befürchtete Duell mit den hoch eingeschätzten Engländern, Franzosen oder Niederländern ersparte. Auch Oliver Bierhoff strahlte über das ganze Gesicht. «Ich bin zufrieden und hoffe, dass unsere Glücksserie gegen Tschechien anhält», sagte der Teammanager, dessen Golden Goal im Finale gegen Tschechien der deutschen Elf 1996 den bisher letzten EM-Gewinn beschert hatte.

Nur die Gruppen-Ersten und -Zweiten sichern sich neben den automatisch gesetzten EM-Gastgebern die Teilnahme an dem Turnier vom 7. bis 29. Juni 2008. Die Qualifikationsspiele beginnen nach der Weltmeisterschaft am 2. September dieses Jahres und enden im November 2007. Noch spielt die EM in den Nachbarländern für Klinsmann aber keine große Rolle: «Wir denken da jetzt keine Sekunde dran. Wir fokussieren uns voll und ganz auf die WM», machte der Bundestrainer deutlich, dass man sich erst ab August intensiv mit den kommenden Gegnern beschäftigen werde. In den nächsten Wochen soll aber schon der Spielplan für die EM-Qualifikation festgezurrt und ein Testspielgegner für das erste Länderspiel der Saison 2006/07 Mitte August gefunden werden.

Die früheren Bundesliga-Profis Andreas Herzog und Stéphane Chapuisat entpuppten sich als Glücksbringer für das in den zweiten Lostopf eingestufte deutsche Team. Aus dem gefürchteten Topf 1 erhielt der dreifache Europameister die Tschechen zugelost. Gegen die Auswahl von Trainer Karel Brückner verlor die DFB-Elf zuletzt bei der EURO 2004 in Portugal mit 1:2. Erst knapp fünf Monate zurück liegt der letzte Vergleich gegen die Slowakei, bei dem Klinsmanns Mannschaft in Bratislava mit 0:2 den Kürzeren zog. «Da wissen wir jetzt auch, wie man es nicht machen soll», sagte Klinsmann. Im letzten Aufeinandertreffen mit den Iren reichte es in der WM-Vorrunde 2002 im japanischen Ibaraki nur zu einem 1:1.

Wales war bereits vor vier Turnieren deutscher Qualifikations-Gegner. Unvergessen ist vor allem der 2:1-Sieg 1989 in Köln, der dem von Franz Beckenbauer trainierten Team den Weg zur Weltmeisterschaft nach Italien ebnete. «Daran erinnern wir uns gerne, aber es ist lange her und hat mit den jetzigen Spielen nichts mehr zu tun», sagte Klinsmann. Das letzte Länderspiel gegen Zypern liegt bereits mehr als 36 Jahre zurück. Damals gelang in der WM-Ausscheidung in Essen ein 12:0-Rekordsieg. Einzig gegen San Marino hat der DFB bisher keinen Vergleich bestritten. Als gutes Omen gilt die bisherige DFB-Bilanz in der EM-Qualifikation. Von insgesamt 62 Spielen seit 1967 gingen nur sechs verloren.

So viel Glück wie die deutsche Auswahl hatten andere Nationen bei der von den EM-Organisatoren schlicht gehaltenen Loszeremonie nicht. In Gruppe B treffen mit Frankreich, Italien und der Ukraine gleich drei europäische Topteams aufeinander. Auch die Gruppe F ist mit Spanien, Schweden und Dänemark auf den ersten drei Positionen top besetzt. Trainer Otto Rehhagel und seine Griechen können hingegen auf einen erneuten EM-Coup hoffen. Der Titelverteidiger erwischte mit der Türkei und Norwegen keine unlösbaren Aufgaben.

Die Gastgeber nutzten die rund 30-minütige Auslosungszeremonie am Ufer des Genfer Sees noch einmal, um Werbung für die zweite von zwei Ländern gemeinsam ausgerichtete Europameisterschaft nach 2000 (Belgien und Niederlande) zu betreiben. «Ich bin sehr stolz, sagen zu können, dass wir voll im Plan liegen», sagte der österreichische Verbandspräsident Friedrich Stickler zum Stand der Vorbereitungen.

Das EM-Turnier in zwei Jahren wird am 7. Juni in Basel mit Schweizer Beteiligung eröffnet, 22 Tage später findet in Wien das Finale statt. Weitere Spielorte sind Bern, Genf und Zürich in der Schweiz sowie Innsbruck, Klagenfurt und Salzburg in Österreich.

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