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Das Ende einer Ära

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- Hockenheim - In der trauriger Stunde tröstende Worte von Big Bernie: "Deutschland wird immer ein Formel-1-Rennen im Jahr haben", versicherte Bernie Ecclestone am Rande des vorerst letzten Grand Prix auf dem Hockenheimring. Dies gelte auch für die Zeit nach Michael Schumacher, auch wenn Ecclestone glaubt, dass das Formel-1-Zugpferd seine Karriere nach dieser Saison fortsetzen wird. Es werde "niemals passieren, dass in Deutschland kein Rennen stattfindet", versprach Ecclestone.

Dennoch ist am Sonntag mit der 30. Auflage des Großen Preis von Deutschland auf dem Hockenheimring eine Ära zu Ende gegangen. Denn im kommenden Jahr wird der einzige WM-Lauf in Deutschland aller Voraussicht nach auf dem Nürburgring ausgetragen. 2008 würde dann wieder auf dem Hockenheimring gefahren. Auf diese Lösung werde es hinauslaufen, erklärte Ecclestone. Beide Strecken bezeichnete der F-1-Boss als "exzellent". Doch liegen dem 75-Jährigen nach eigener Aussage so viele Anfragen aus anderen Ländern vor, dass "nicht zwei Mal in Deutschland gefahren werden kann". Zu den Kandidaten für GP-Rennen zählen neben Mexiko auch Südafrika und Südkorea.

Im Fall des Hockenheimrings spricht auch die Verschuldung für die Pause und die Rotations-Lösung. Denn derzeit steht die zuständige GmbH, die zu 100 Prozent im Besitz der Stadt Hockenheim ist, mit 33 Millionen Euro in der Kreide. "Wir hätten die Formel 1 gern weiter bei uns. Aber sie muss finanzierbar sein", sagte der GmbH-Vorsitzende und Oberbürgermeister Dieter Gummer. Ein Grund für die Geldprobleme dürften die vertraglich fixierten Zahlungen an Ecclestone sein, die sich angeblich jährlich um zehn Prozent erhöhen sollen.

Hinzu kommt das weiter sinkende Zuschauer-Interesse. Nach offiziellen Angaben soll die Qualifikation am Samstag 74 000 Fans angelockt haben. Der Blick auf die spärlich besetzten Tribünen verhieß jedoch anderes. Ecclestone fordert daher auch einen offeneren Umgang der Piloten mit ihren Fans. Sie dürften sich nicht so abschotten, meinte der Brite: "Die Fahrer müssen mer für ihr Geld tun als nur Auto zu fahren. Sie müssen offener werden und näher zu den Menschen kommen."

Die Formel-1-Pause für den Hockenheimring findet Mercedes-Motorsportchef Norbert Haug höchst bedauerlich. "Wenn das erste Mal ein Rennen hier nicht stattfindet, werden die Leute sehen, was sie vermissen", glaubt Haug. Er sei "traurig" über den Wegfall.

In Gesprächen zwischen den Streckenbetreibern und Ecclestone geht es nun vor allem um den Zeitraum neuer Vereinbarungen. Die derzeitigen Verträge laufen bis 2008 (Hockenheimring) und 2009 (Nürburgring).

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