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"Engstirnigkeit und Sesselpupserei"

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- Bielefeld - Nach 90 wenig aufregenden Minuten beim Duell der Abstiegskandidaten Arminia Bielefeld und 1. FC Nürnberg (0:0) ging es am Sonntag Abend erst nach dem Abpfiff richtig zur Sache. Arminia-Torhüter Mathias Hain warf dem DFB im Manipulations- und Wettskandal mangelnde Aufklärungsarbeit vor. "Ich habe damals als einziger Spieler laut ausgesprochen, was sich sonst niemand getraut hat.

Der DFB hat mit Engstirnigkeit und Sesselpupserei reagiert und mich mit einer Geldstrafe abgewatscht", sagte der Kapitän in Bezug auf Berichte über angeblich verschobene Spiele in der Saison 2002/2003.

Am Wochenende war bekannt geworden, dass die Staatsanwaltschaft Ermittlungen aufgenommen hat, die u. a. die Spiele Leverkusen gegen Bielefeld (3:1) und Leverkusen gegen Nürnberg (1:0) betreffen. "Damals hat der Nürnberger Präsident (Michael A. Roth, die Red.) gesagt, er würde lieber Leverkusen als Bielefeld in der Bundesliga sehen. Das kann ich natürlich gut verstehen, aber das macht natürlich hellhörig. Wir sind abgestiegen, haben das aber zum Glück auf sportlichem Wege korrigiert", erklärte Hain.

DFB verwahrt sich "in aller Form"

Der DFB reagierte gestern prompt. Der Kontrollausschuss-Vorsitzende Horst Hilpert hat Hain "nochmals mit Nachdruck aufgefordert, ihm vorliegende Erkenntnisse über mögliche Manipulationen im Spiel zwischen dem 1. FC Nürnberg und Bayer Leverkusen unverzüglich schriftlich anzuzeigen", hieß es in einer Pressemitteilung. Zugleich verwahre sich Hilpert "in aller Form" gegen die geäußerten Manipulationsvorwürfe.

Zur Unterstellung von Hain, der DFB habe ihn "mit einer Geldstrafe abgewatscht", hieß es: "Entgegen der Darstellung von Hain wurde keine Geldstrafe gegen ihn ausgesprochen." Vielmehr sei er im Dezember 2003 mit einer Strafe von 3000 Euro wegen unsportlichen Verhaltens belegt worden. Diese Strafe bezog sich auf unangemessene Äußerungen von Hain gegenüber dem Schiedsrichter-Gespann nach der Zweitligapartie der Arminia gegen Fürth.

Spekulationen um eine Ergebnismanipulation im Hinspiel (2:3) dieser Saison zwischen den Ostwestfalen und dem Club wurden von Vertretern beider Vereine zurückgewiesen. "Dieses Spiel war niemals verschoben. Bei dem Spielverlauf hätten ja unglaublich viele Personen involviert sein müssen. Da war ja ein Sololauf über den halben Platz dabei", sagte Bielefelds Geschäftsführer Reinhard Saftig.

Unterstützung erhielt er von Martin Bader. "Das Hinspiel war definitiv nicht abgesprochen. Der Artikel beinhaltet ja keine konkreten Anschuldigungen, sondern lediglich vage Behauptungen", erklärte der Nürnberger Sportdirektor. Dennoch beauftragte der Club den Rechtsanwalt Christoph Schickhardt, mit der Staatsanwaltschaft München I Kontakt aufzunehmen.

Am 10. Spieltag hatte Bielefeld die verloren geglaubte Partie durch späte Tore 88. und 90. Minute) noch gedreht. "Ich halte es für unvorstellbar, dass dort unsere Spieler beteiligt waren", meinte Hain und forderte weitere Ermittlungen und konsequente Maßnahmen.

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