1. Startseite
  2. Sport
  3. Mehr Sport

Farce in Italien: Die Strafen schmelzen dahin

Erstellt: Aktualisiert:

Kommentare

- Rom - Die italienische Sportjustiz hat sich mit der weiteren Reduzierung der Strafen für einige in den Fußball-Skandal verwickelte Klubs der Lächerlichkeit preisgegeben: Die Sanktionen gegen Rekordmeister Juventus Turin sowie Lazio Rom und AC Florenz wurden in dritter Instanz erneut abgemildert und haben den Profiligen damit mitten in der Saison eine neue Ausgangsposition beschert. Dagegen bleibt der Acht-Punkte-Abzug für den AC Mailand bestehen. Die Verwirrung bei den Tifosi wächst.

Das Schiedsgericht des Nationalen Olympischen Komitees von Itaien, CONI, gab den Einsprüchen der betroffenen Klubs zumindest teilweise statt und reduzierte den Punkteabzug von Rekordchampion Juventus Turin nach dem Zwangsabstieg in der Serie B von 17 auf 9 Zähler. Damit ist Juve, das am Samstag durch ein 1:0 gegen Frosinone den Rückstand auf Zweitliga-Tabellenführer FC Genua auf fünf Zähler verkürzte, dem Wiederaufstieg ein gehöriges Stück näher gekommen (gegen Frosinone traf Alessandro Del Piero - es war sein 200. Tor für Juve).

Der Abzug für den Erstligisten Lazio Rom wurde von 11 auf 3 Punkte reduziert, der des AC Florenz von 19 auf 15 Zähler. Dagegen blieb die Strafe gegen den ebenfalls in den Skandal verstrickten AC Mailand von 8 Punkten Abzug bestehen. Reggina Calcio (bisher 15 Zähler Abzug) muss noch bis Anfang November auf eine Entscheidung über seinen Einspruch warten.

"Ein Erdbeben in den Tabellen der beiden besten Ligen Italiens. Jetzt kann Lazio sogar auf die Champions League hoffen. Und man weiß nicht, was noch alles geschehen wird", schrieb der Corriere dello Sport. Denn die Klubs haben nach dem Urteil der letzten Instanz auf Ebene der Sportgerichtsbarkeit noch die Möglichkeit, über das römische Zivilgericht TAR Einspruch gegen die jüngesten Urteile einzulegen. Zumindest in Florenz wird der nächste Schritt schon geprüft.

Keineswegs zufrieden ist man auch bei Lazio Rom, obwohl der Klub nun den größten Strafnachlass erhielt. "Da uns nichts vorzuwerfen ist, ist auch dieser Punkteabzug ungerecht", meinte Rechtsanwalt Giammichele Gentile. Beim AC Mailand, der jetzt als einziger Klub keine weitere Strafreduzierung erhielt, sprach Klubchef Silvio Berlusconi ebenfalls von "Ungerechtigkeit". Im ersten Verfahren waren Milan noch 15 Punkte abgezogen worden.

In jedem Fall vor das Zivilgericht ziehen will Schiedsrichter Massimo de Santis, der wegen Absprachen zu einer dreijährigen Berufssperre verurteilt wurde. "Ich will beweisen, dass ich sauber bin", sagte der Referee. Er hätte bei der Weltmeisterschaft in Deutschland pfeifen sollen, war dann jedoch wegen des Skandals ausgeschlossen worden.

Auch interessant

Kommentare