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Federer gegen Nadal: Neue Rivalität in Wimbledon

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- London - Der Jubel war verhalten. Kein Vergleich mit den Emotionen bei den Australian Open, als ihm mit dem Pokal im Arm die Tränen nur so über das Gesicht liefen. Sind Siege auf dem «Heiligen Rasen» von Wimbledon für Roger Federer schon zur Selbstverständlichkeit geworden?

«Nein, nein», sagte der viermalige Champion aus der Schweiz nach dem 6:0, 7:6 (7:5), 6:7 (2:7), 6:3 im Endspiel der All England Championships gegen Rafael Nadal. «Sicher ist es nicht mehr so emotional wie beim ersten Mal. Aber natürlich ist es immer noch wunderschön.»

Ganz langsam nur wich der Druck vom Topfavoriten, der sein wohl bestes Turnier an der Church Road gespielt hat. Vielleicht schwante dem «Rasen-König» aber auch, dass die ruhigen Tage mit glatten Finalsiegen vorbei sind. Roger Federer gegen Rafael Nadal: Das könnte auch auf dem «Heiligen Rasen» eine besondere Rivalität werden. So wie die zwischen Boris Becker und Stefan Edberg oder später die zwischen Andre Agassi und Pete Sampras.

Der Youngster aus Spanien war die Entdeckung von Wimbledon 2006. Rasend schnell hat er gelernt, auf dem ungewohnten Belag zurecht zu kommen. «Mit dem Sieg gegen Agassi hat er gezeigt, was er kann», sagte Federer anerkennend und gab zu: «Trotzdem habe ich nicht damit gerechnet, dass er ins Finale kommt.» Der Schweizer wird es schwer haben, den siebenmaligen Rekord-Champion Sampras einzuholen. «Aber Rivalität ist gut für das Tennis», meinte er und ergänzte nach dem zweiten Sieg im achten Vergleich mit Nadal: «Und jetzt macht sie mir auch wieder Spaß.»

Das war in Roland Garros ganz anders. Der Traum vom Grand Slam verflog wie die rote Asche im Pariser Wind. Ein Sieg bei den French Open fehlt in der Titel-Sammlung, weil Nadal auf Sand bislang so unbezwingbar ist wie Federer auf Rasen. «Ich denke, jetzt sind wir quitt. Es steht ausgeglichen. Die Niederlagen in Dubai, Monte Carlo und Rom zählen für mich nicht», sagte er. Die vier einzigen Pleiten in 60 Saison-Matches brachte ihm Nadal ausnahmslos in Finals bei, und das hat er noch immer nicht verdaut.

«Nadal lässt den Champion für seinen vierten Sieg schwitzen», titelte der «Guardian». Deshalb wollte Federer von der Einstellung des Rekords von Björn Borg, der zwischen 1976 und 1980 fünf Mal in Serie gewann, auch noch nichts wissen. «Langsam», sagte der Weltranglisten-Erste. «Ich denke nur bis zur ersten Runde von Wimbledon 2007.»

Außerdem ist da Nadal, der sich als gelehriger Schüler erwies und nun auch auf Rasen zum Herausforderer Nummer eins gewachsen ist. «Es war schrecklich eng, und ich bin schrecklich nervös geworden»», gestand Federer und drückte den Pokal fest an sich. Nadal indes ging in der Gewissheit, dass Wimbledon für ihn kein Buch mit sieben Siegeln mehr ist. «Dies ist die Kathedrale des Tennis», meinte er andächtig und versprach: «Irgendwann will ich hier gewinnen.»

Die Kampfansage legte er ins Urlaubsgepäck von Federer, der erstmals nach einem Wimbledonsieg Ferien macht. Der Champion ist müde und will seinen Akku aufladen. In zwei Wochen beginnt schon die amerikanische Hartplatz-Serie und damit die Vorbereitung auf die US Open, wo er seinen Vorjahressieg wiederholen will. Es wäre der dritte große Titel der Saison. Aber eben nicht der Grand Slam. Dazu fehlt ihm ein Sieg in Paris, den auch Sampras nie geschafft hat.

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