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Die Franzosen mit Nikola Karabatic (l.) stehen vor einem historischen Titel

Finale gegen Kroatien: Frankreichs Triple-Traum

Wien - Frankreichs Handballer leben weiter ihren Traum vom historischen Gold-Triple. Der Olympiasieger und Weltmeister spielt am Sonntag im Endspiel der EM gegen Kroatien um den dritten Titel hintereinander.

In der Neuauflage des Olympia-Finales von 2008 hatten sich die Franzosen im ersten Halbfinale am Samstag in Wien mit 36:28 (16:14) gegen Island durchgesetzt. Anschließend gewann der WM-Zweite Kroatien mit 24:21 (9:10) gegen den WM-Dritten Polen und machte so die Neuauflage des WM-Finales vom Vorjahr perfekt.

Island und spielen im “kleinen Finale“ (15.30 Uhr) im Platz drei. “Wir dürfen nicht vergessen, es geht um eine Medaille. Dann sind wir das drittbeste Team des Turniers und das ist besser als viele andere Mannschaften“, motivierte Islands Kreisläufer Robert Gunnersson (VfL Gummersbach) sich und seine Mitspieler.

“Jetzt sind wir im Finale. Das ist schön, denn das war unser Ziel“, sagte Frankreichs Rückraumspieler Franck Junillon vom Bundesligisten MT Melsungen. Beste Torschützen im ersten Semifinale waren der ehemalige Welthandballer Nikola Karabatic (9) für Frankreich und Aron Palmarsson (6) vom THW Kiel für Island. “Das war ein sehr gutes Spiel von uns“, lobte Frankreichs Trainer Claude Onesta seine Mannschaft und verriet das Erfolgsgeheimnis: “Unsere Stärke ist, dass wir sehr viel Potenzial haben und das im Verlaufe eines Turniers abrufen und uns steigern können, während andere Teams müder werden.“ Vor 11 000 Zuschauern warfen im hart umkämpften zweiten Halbfinale der Ivan Cupic (6/5) für Kroatien und Michal Jurecki (7) für Polen die meisten Tore.

Zuvor hatte Dänemark zum Abschied von Torhüter Kasper Hvidt aus der Nationalmannschaft den fünften Platz erobert. Dank einer Weltklasseleistung des 33-jährigen Kapitäns gewann der entthronte Titelverteidiger das Platzierungsspiel gegen den Olympia-Dritten Spanien mit 34:27 (18:13). Hvidt war mit 49 Prozent gehaltener Bälle überragender Akteur der Partie. “14 Jahre hat meine Familie hinter mir gestanden. Jetzt ist es Zeit, etwas zurückzugeben“, sagte der frühere Lemgoer. Die deutsche Mannschaft war am Freitag als enttäuschender EM-Zehnter nach Hause gefahren.

Mit hängenden Köpfen waren Islands traurige Olympia-Helden nach ihrem verlorenen Halbfinale vom Platz gegangen. “Der Schmerz ist ziemlich groß“, bekannte der geknickte Olafur Stefansson. Der Rückraumspieler von den Rhein-Neckar Löwen vermittelte den Eindruck, als wäre die Niederlage allein seine Schuld. “Es ist so schwer, wenn man sein Team im Stich lässt. Ich bin nie richtig ins Spiel gekommen“, sagte der Kapitän und nahm sich mit Blick auf das “kleine Finale selbst in die Pflicht: “Ich muss das in den nächsten 20 Stunden vergessen. Denn wir wollen die Bronzemedaille gewinnen.“

dpa 

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