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Valtteri Bottas gewinnt den Saisonauftakt  der Formel 1 

Melbourne

Formel-1-Saisonauftakt: Finne Bottas rast allen davon 

Die Formel 1 startet mit dem Großen Preis von Australien in die neue Saison. Es gibt einen ersten Gewinner. Es ist nicht Lewis Hamilton.  

Update vom 17. März:

 Ein wild entschlossener Valtteri Bottas rast sogar an Lewis Hamilton vorbei, Ferrari und Sebastian Vettel werden gleich zum Auftakt unsanft aus allen Träumen gerissen: Mercedes hat die Saison mit einem Doppelsieg eröffnet, die vermeintlich so starke Scuderia stolperte beim Großen Preis von Australien dagegen ins neue Formel-1-Jahr - Vettel verpasste als Vierter hinter Red-Bull-Star Max Verstappen völlig verdient das Podest.

Sein neuer Teamkollege Charles Leclerc landete auf dem fünften Rang. Der Mann des Tages war zweifellos und ziemlich überraschend Bottas. Die "ewige" Nummer zwei will in dieser Saison alle Zurückhaltung ablegen, und diese Ankündigung machte er gleich in Melbourne wahr. Der Finne nutzte einen schwachen Start von Pole-Setter Hamilton, zog vorbei und fuhr in der Folge geradezu unaufhaltsam zum Sieg.

Bottas: Das beste Rennen, das ich je gefahren bin“ 

"Das war definitiv das beste Rennen, das ich je gefahren bin", sagte Bottas nach seinem vierten Grand-Prix-Sieg. Hamilton erklärte: "Ich freue mich für das Team. Valtteri hat einen tollen Job gemacht. Dass ich die Führung beim Start verloren habe, ist schade. Wir müssen schauen, woran es gelegen hat."

Auch den zu diesem Jahr wieder eingeführten Extrapunkt für die schnellste Rennrunde sicherte Bottas sich auf den letzten Kilometern und thront mit der Maximalausbeute von 26 Punkten erstmal an der Spitze des WM-Klassements. Nico Hülkenberg holte im Renault an einem durchwachsenen Wochenende noch den siebten Platz und konnte recht zufrieden abreisen. Für Ferrari und Vettel galt das ganz und gar nicht.

Noch bei den Tests in Barcelona hatte kein Team so stark gewirkt wie die Scuderia. Qualifying-Runden, Rennsimulationen, Setup, beinahe alles schien vom ersten Tag an zu stimmen. Das Fahrerlager war sich daher weitgehend einig: Ein Ferrari würde den Auftakt gewinnen.

Mercedes gab den Ton an 

Doch ab dem ersten Trainingskilometer im Albert Park gab Mercedes den Ton an, das Qualifying wurde zur Show der Silberpfeile. Hamilton und Bottas holten die erste Startreihe, mit dem riesigen Abstand von sieben Zehntelsekunden blieb Vettel nur der dritte Platz.

Vor allem der Blick auf die vergangenen beiden Jahre machte ihm allerdings Hoffnung. 2017 und 2018 hatte er den Auftakt gewonnen, jeweils nicht vom ersten Startplatz. "Wir haben das hier schonmal geschafft", sagte er am Samstagabend.

Am Start hielt Vettel dann seinen dritten Platz, musste diesen aber hart gegen Verstappen und Leclerc verteidigen. Der sonst meist eiskalte Hamilton erlaubte sich gleich auf den ersten Metern der Saison seine erste Nachlässigkeit: Durch einen nicht optimalen Start konnte Bottas vorbeiziehen.

Früher Vettel-Stopp

In dieser Reihenfolge drehten die ersten Drei zunächst ihre Runden, Ferrari entschied sich dann für einen frühen Vettel-Stopp. Der Deutsche bekam die härteren Mediumreifen, mit denen der SF90 im Training ohnehin stärker wirkte. Hamilton musste ebenfalls an die Box, um Vettel keine Angriffsfläche zu bieten - es gefiel ihm nicht, denn nun musste er Bottas an der Spitze erstmal ziehen lassen. "Warum haben wir so früh gestoppt?", fragte Hamilton im Boxenfunk. Die knappe Reaktion des Kommandostands: "Wir mussten Vettel abwehren."

Allerdings schaffte es der Heppenheimer nur unmittelbar nach seinem Stopp, mit frischen Reifen ein wenig Druck auszuüben, danach brachen die Rundenzeiten wieder ein - so sehr, dass er Verstappen nichts entgegenzusetzen hatte. Der Niederländer ging in der 31. Runde relativ einfach vorbei und zog in der Folge gleich davon.

Die letzten Runden wurden nun zur Jagd um den Extrapunkt. Bottas, Verstappen und Hamilton legten nochmal nach - und Bottas war in der vorletzten Runde schnellster Mann des Rennens.

Hamilton & Bottas: Mercedes schockt die Konkurrenz

Melbourne - Weltmeister Lewis Hamilton und sein Mercedes-Team haben den Auftakt der neuen Formel-1-Saison dominiert und damit für Ernüchterung bei der Konkurrenz um Sebastian Vettel gesorgt. Die Silberpfeile waren im freien Training zum Großen Preis von Australien in einer eigenen Liga unterwegs, der Brite Hamilton drehte in 1:22,600 Minuten die schnellste Runde des Tages. Nur 48 Tausendstel dahinter landete sein Teamkollege Valtteri Bottas (Finnland/1:22,648).

Vettel und Ferrari bestätigten nach einer starken Saisonvorbereitung die enormen Erwartungen im Albert Park von Melbourne nicht. Der Heppenheimer (1:23,473) reihte sich als Fünfter noch hinter dem Red-Bull-Duo ein: Max Verstappen (Niederlande/1:23,400) und Pierre Gasly (Frankreich/1:23,442) belegten die Plätze drei und vier, der Abstand auf die Spitze betrug bereits rund acht Zehntelsekunden.

Formel 1: Sebastian Vettel im exklusiven tz-Interview

Vettels langjähriger Teamkollege Kimi Räikkönen (1:23,572) gab als Sechster einen sehr guten Einstand für Alfa Romeo. Der Finne war bei Ferrari zu dieser Saison durch Charles Leclerc ersetzt worden, der hoch eingeschätzte Monegasse blieb am Freitag bei seinem Debüt für die Scuderia als Neunter (1:23,754) deutlich unter den Erwartungen. Kurz vor Ende der Session leistete Leclerc sich zudem einen Dreher.

Besser stand das Renault-Duo mit den Plätzen sieben und acht da, Nico Hülkenberg (Emmerich/1:23,574) lag dabei vor seinem neuen Teamrivalen Daniel Ricciardo (Australien/1:23,644).

*tz.de ist Teil des bundesweiten Ippen-Digital-Redaktion-Netzwerks

SID

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