Mercedes-Teamchef Toto Wolff spricht bei einer Pressekonferenz.
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Mercedes-Teamchef Toto Wolff spricht bei einer Pressekonferenz.

Kurz vor Saisonende

Abbruch wegen Corona-Lockdown: Droht der Formel 1 der Super-GAU? „Situation wird immer ernster“

  • Philipp Kuserau
    vonPhilipp Kuserau
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In der Formel 1 wächst wegen der chaotischen Corona-Lage auf der ganzen Welt die Sorge über einen vorzeitigen Saisonabbruch. Es steht viel auf dem Spiel.

  • In der Formel 1 sind nur noch wenige Rennen zu fahren - am Sonntag steht der Große Preis Emilia-Romagna auf dem Programm.
  • Doch angesichts der aktuellen Corona-Lage auf dem gesamten Globus wächst die Sorge vor einem vorzeitigen Saisonabbruch.
  • Mercedes-Motorsportchef Toto Wolff bereitet die derzeitige Situation Sorgen.

München - Eigentlich befindet sich die Formel-1-Saison auf der Zielgeraden, doch nun könnte die aktuelle Zuspitzung der Corona-Pandemie auf der ganzen Welt dem Motorsport-Zirkus nochmal einen Strich durch die Rechnung machen. Angesichts der steigenden Infektions-Zahlen wächst die Sorge vor einem Abbruch der aktuellen Rennserie.

„Die Situation wird immer ernster“, sagte Mercedes-Motorsportchef Toto Wolff vor dem Großen Preis der der Emilia-Romagna (alle Infos im Live-Ticker). „Die Formel 1 bringt niemanden in Gefahr, da wir in unserem Mikrokosmos bleiben. Aber wir können auch nicht ignorieren, dass die Zahl der Fälle in verschiedenen Ländern rasch zunimmt.“

Vorzeitiges Saisonende in der Formel 1: Toto Wolff in Sorge

Der Grand Prix von Imola markiert das 13. Rennen dieser Saison - anschließend stehen noch die Rennen in der Türkei (15. November), Bahrain (29. November und 6. Dezember) und Abu Dhabi (13. Dezember) aus. Zwar wurde den Teams für die noch ausstehenden Rennen von den jeweiligen Regierungen zugesichert, ohne Quarantäne einreisen zu dürfen, doch „irgendwann könnten die Regierungen dieser Länder beschließen, die Grenzen zu schließen, was unsere Pläne beeinträchtigen könnte“, warnt Wolff.

In Großbritannien gilt beispielsweise ab kommenden Donnerstag für vier Wochen der landesweite Lockdown - die große Mehrzahl der Formel-1-Teams (sieben von zehn) beziehen dort jedoch Fabriken. Welche Auswirkungen die jüngst beschlossenen Corona-Maßnahmen in Großbritannien haben können, ist noch nicht klar. Doch fest steht: Die Lage spitzt sich zu und am Ende geht es mal wieder um viel Geld. Laut TV-Vertrag müssen in dieser Saison mindestens 15 Rennen ausgetragen werden, damit die TV-Gelder gänzlich ausgezahlt werden.

Corona-Chaos bedroht Formel 1: „Niemand weiß, wie die Situation in einer Woche aussehen wird“

„Bis jetzt hat uns Chase Carey (Formel-1-Boss, d.Red.) versichert, dass der Zeitplan eingehalten wird“, sagt Wolff und schiebt nach: „Aber er sagte auch, dass vor dem Hintergrund einer fortschreitenden Pandemie niemand weiß, wie die Situation in einer Woche, geschweige denn in einem Monat aussehen wird.“ Die Unsicherheit wird die Formel 1 in diesem Jahr wohl bis zum letzten Rennen begleiten, auch wenn aus Bahrain und Abu Dhabi bisher noch keine Berichte bekannt sind, wonach in naher Zukunft ein Lockdown geplant sei.

Nach wie vor gelten in der Königsklasse des Motorsports strenge Corona-Regeln, laut denen alle Mitarbeiter alle fünf Tage getestet werden und sich in sogenannten Blasen aufhalten. Offiziell gab es demnach bisher rund 65.000 Test und 55 positive Fälle, darunter Racing-Point-Fahrer Sergio Perez. (kus)

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