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Frankreich hat ein deutsches Problem

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- Paris - "Wenn wir noch nicht einmal die Slowaken schlagen, dann können wir bei der WM doch gleich einpacken." Voller Zweifel blicken französische Fußballfans der Weltmeisterschaft entgegen. An Wechselbäder haben "Les Bleus" sie in den vergangenen Monaten und Jahren durchaus schon gewöhnt.

Das blamable 1:2 gegen das Nicht-WM-Team Slowakei am 1. März im Stade de France hat die Achterbahnfahrt des Weltmeisters von 1998 mal wieder ruckartig in Bewegung gesetzt. Und dabei gleich auch noch den Unterhaltungswert der Torwart-Show gesteigert. Denn auch Frankreich hat ein "Kahn-Lehmann-Problem". Die spannenden Frage ist, ob Fabien Barthez oder Gré´gory Coupet die Nummer 1 sein wird, wenn Zinedine Zidane & Co. im Juni die WM-Schlappe von 2002 vergessen machen wollen.

Niemand möchte in der Haut von Trainer Raymond Domenech stecken. Jede Parade von Barthez und Coupet, ob geglückt oder nicht, wird mit dem Gedanken an die WM begutachtet. Umfragen unter den Spielern der ersten französische Liga und Fußballfans sollten auch schon diese Gretchenfrage lösen helfen: Der im Juni 35-jährige Barthez von Olympique Marseille oder der gerade mal 18 Monate jüngere, aber viel jugendlicher wirkende Sympathie-Träger Coupet von dem seit Jahren so souveränen Meister und Champions-League-Teilnehmer Olympique Lyon?

Barthez glänzte, als die Franzosen 1998 die WM und im Jahr 2000 die EM gewannen. Gegen die Slowaken musste er allerdings gleich zwei Mal hinter sich greifen, was die Kopfschmerzen des Trainers nur noch verstärkt haben dürfte. Coupet konnte sich in den Vordergrund rücken, weil Barthez in Casablanca einen Schiedsrichter angespuckt hatte und daraufhin für sechs Monate gesperrt wurde. Erst im Mai vor dem Ablaufen der Fifa-Frist für die Spielerlisten will Domenech Farbe bekennen: "Ich habe noch heikle Nächte vor mir." Coupet pocht schon jetzt auf eine Entscheidung. Und von Barthez heißt es, er wolle wohl nicht als Nummer 2 zur WM reisen. Freunde sind die beiden nicht.

"Traurig. Beunruhigend." Diese Schlagzeile aus "Le Parisien" nach dem Slowakei-Debakel zeigt, dass der Blick aufs Tor die eigentlichen Probleme verdeckt. Vor vier Jahren schon in der ersten Runde sang- und klanglos bei der WM untergegangen, hatten sich die Champions von 1998 nur mühsam das Ticket nach Deutschland gesichert. Nun treffen die Franzosen gleich im ersten WM-Spiel am 13. Juni auf die Schweiz. Die trotzte dem Favoriten schon in der Qualifikation erfolgreich.

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