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Fritz: Luftikus im Höhenflug

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- Bremen - Es gibt diese Phasen in einem Fußballerleben, in denen einfach alles gelingt. Clemens Fritz krönte seinen Höhenflug letzten Samstag mit seinem ersten Bundesligator für Werder Bremen - einem herrlichen Direktschuss in den Winkel. "Den wollte ich genau da oben reinhauen", sagte Fritz hinterher.

Der forsche Spruch passte eigentlich nicht zu seiner zurückhaltenden Art, doch für großes Selbstbewusstsein hat der 25-Jährige derzeit allen Grund. In wenigen Wochen ist Fritz in Bremen zur Stammkraft auf der rechten Seite geworden, hat in der Champions League gegen Ronaldinho geglänzt und ein starkes Debüt in der Nationalelf gegeben.

"Es läuft zur Zeit bei mir. Ich freue mich richtig auf jedes Spiel", sagte Fritz, der im Sommer von Bayer Leverkusen gekommen war. Trainer Thomas Schaaf hatte noch in der Vorsaison das Spiel über die Außen als Schwachstelle seines Teams ausgemacht. Geschäftsführer Klaus Allofs verpflichtete daraufhin den gebürtigen Erfurter, der ablösefrei zu haben war. Es folgten weitaus prominentere Zugänge, doch auch wenn nun ein Diego im Mittelfeld zaubert oder ein Per Mertesacker in der Abwehr für neue Stabilität sorgt - am meisten überrascht hat Fritz.

"Er ist nicht mehr der Spieler der ersten Wochen", sagte Allofs nach dem 6:0 in Bochum über seinen neuerlichen Glücksgriff. Noch in der Vorbereitung war das Duell mit Patrick Owomoyela offen, doch zum Ligaauftakt setzte Fritz sich durch - auch, weil er in der Offensive stärker ist. Noch unter Klaus Augenthaler hatte er in Leverkusen vor Jahren auf die rechte Außenbahn umgeschult. "Es liegt mir, aus der Tiefe zu kommen und das Spiel vor mir zu haben", sagte er.

Bei Werder hat Fritz - als zweiter Feldspieler neben Torsten Frings - noch keine einzige Minute verpasst. Auch Bundestrainer Joachim Löw ließ ihn gegen Georgien und die Slowakei über die volle Distanz ran und lobte ihn vor allem nach dem 4:1 in Bratislava in hohen Tönen. Dabei hatte es einst nicht so toll ausgesehen. "Ich war ein echter Luftikus und im Training geistig etwas abwesend", sagte Fritz, "aber das ist Vergangenheit."

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