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Fröhliche Verlierer

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- Belgrad - Der Sirtaki für den Europameister war verklungen, als die deutschen Basketball-Riesen unter stehenden Ovationen auf das Podium traten. Stolz küssten sie ihr "Silber" im Blitzlichtgewitter der Fotografen und genossen die einzigartige Atmosphäre der Siegerehrung in der Belgrad-Arena in vollen Zügen.

Der Frust über das verpasste Gold bei der EM in Serbien und Montenegro währte deshalb nur kurz, die anschließende feuchtfröhliche Feier dauerte dafür umso länger. "Was die Jungs geleistet haben, ist unglaublich. Sie haben es sich verdient", meinte Bundestrainer Dirk Bauermann nach der 62:78 (32:39)-Niederlage im Finale gegen Griechenland.

"Diese Wochen werde ich mein ganzes Leben nicht vergessen." Dirk Nowitzki

Keine Vorwürfe, keine Kritik nach dem zweiten EM-Endspiel mit einer deutschen Mannschaft seit dem Titelgewinn 1993. "Denn die Griechen waren heute die bessere Mannschaft. Bei uns war vielleicht auch ein wenig der Akku leer", ergänzte der DBB-Coach, und NBA-Profi Nowitzki zog eine positive Bilanz: "Das Finale war nicht unser Spiel, natürlich ist man enttäuscht, aber so langsam schlägt die Stimmung um. Ich bin einfach nur stolz."

Als der 27-Jährige drei Minuten vor dem Ende das Spielfeld der Belgrad-Arena verließ, begleitete ihn tosender Applaus von 19 000 Zuschauern. "Das war ein großer Moment meiner Karriere, so wie ich diese Wochen mit dieser Mannschaft in meinem ganzen Leben nicht vergessen werde. Es war eine tolle Erfahrung für alle", sagte der Superstar der Dallas Mavericks. 23 Punkte erzielte der gebürtige Würzburger im Finale, in dem die Griechen den besseren Tag erwischten und sich Unkonzentriertheiten der DBB-Auswahl in insgesamt 21 Ballverlusten (Griechenland nur 8) niederschlugen. "Wir waren bei diesem Turnier so großartig. Ich glaube, der Titel wäre zu viel gewesen. Die Griechen waren besser, das muss man akzeptieren", resümierte Marco Pesic.

Durch das Silber erhoffen sich die deutschen Verantwortlichen nun einen Schub für rosigere Zeiten. Roland Geggus, Präsident des Deutschen Basketball Bundes (DBB), erklärte: "Ich bin sicher, diese EM wird sich auswirken, die Medaille hat einen unheimlichen Stellenwert."

Den Stellenwert des Basketballs in Griechenland bestätigten die Feierlichkeiten am Fuße der Akropolis. Wenige Minuten nach der Schluss-Sirene tobte nicht nur auf den Straßen von Athen der hellenische Wahnsinn. Ein Jahr nach dem EM-Titel der Fußballer bestiegen die Korbjäger - Basketball ist die zweitpopulärste Sportart des Landes - zum zweiten Mal nach 1987 den EM-Thron. Trainer Panagiotis Giannakis meinte: "Ich träume noch und bin noch nicht auf der Erde angekommen. Ich kann mir vorstellen, was daheim los ist."

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