Gala-Auftritt sichert das Olympia-Ticket

- München - Es gibt noch Ereignisse zwischen Himmel und Erde, die der Verstand erst später begreift und die im Augenblick des Geschehens kaum zu verarbeiten sind. Wohin nur mit all der Freude, mit all den Emotionen, die plötzlich frei werden, wenn mehr gelungen ist als nur eine Überraschung? Nämlich eine Sensation. "Das ist Wahnsinn. Wir haben in der Kabine Sekt getrunken aber ich weiß jetzt auch nicht, wie wir feiern, es war ja nichts geplant", erzählte Tanja Hart, die Zuspielerin der deutschen Frauen-Volleyballnationalmannschaft, die sich für die Olympischen Spiele in Athen qualifiziert hat nach dem Motto: Wir haben zwar keine Chance, aber die nutzen wir.

<P>Das Team von Bundestrainer Hee Wan Lee schrieb in Baku in Aserbeidschan ein Stück Sportgeschichte. Nicht einmal im eigenen Lager dachte man vorher an einen Erfolg. Denn bei der EM in Baku zählte nur der Turniersieg, weil die Deutschen wegen ihrer Weltranglistenposition keine weitere Qualifikationschance bekommen konnten. Im Grunde schier aussichtslos.</P><P> Aber dann wurden die ehrgeizigen Gastgeberinnen klar besiegt, und der Niederlage gegen Europameister Polen folgte ein Triumph über Russland. Und im Halbfinale gelang der erste große Wurf: Das 3:2 gegen Weltmeister Italien, bei dem auch mit Glück zwei Matchbälle abgewehrt wurden.<BR><BR>Am Ende überstanden sie den Tanz am Rande des Abgrunds und zogen ins Finale ein. Nach drei Fünfsatzspielen in drei Tagen. Und was dann gegen die Türkei passierte, zählte zu den ganz und gar außergewöhnlichen Taten eines deutschen Ballsportteams. Der Favorit wurde zerlegt. Die Türkei hatte nicht den Hauch einer Chance. </P><P>Glatzen-Scheren im Freudentaumel</P><P>Von Kraftverlust war nichts zu spüren, die unverhofften Aussichten, doch noch nach Athen zu dürfen, setzte ungeahnte Kräfte frei. Angeführt von Angelina Grün wuchsen Atika Bouagaa, Kerstin Tscherlich, Judith Sylvester, Olessya Kulakova, Tanja Hart und Christina Benecke über sich hinaus: 25:22, 25:16, 25:7 - im Stil eines Weltklasseteams. Delegationsleiter Götz Moser ließ sich darauf wie Trainer Hee Wan Lee eine Glatze rasieren. In Leipzig sprach derweil Präsident Werner von Moltke von einem "Glücksfall für das Volleyball". Wohl war. Die dritte Olympiateilnahme in Folge bringt viel Geld.<BR><BR>Die deutschen Männer richteten nach der verpassten Olympia-Teilnahme derweil schon den Blick auf die Spiele 2008 in Peking. "Wir wollen auf jeden Fall versuchen", erklärte von Moltke, "mit Trainer Stelian Moculescu weiterzumachen." Und zwischendurch werden die DVV-Herren ja auch nicht arbeitslos sein. Sie müssen schließlich den Damen in Athen die Daumen drücken. </P>

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