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Gatlin gedopt - Trainer spricht von Sabotage

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- New York - Eine neue Dopingaffäre erschüttert den Sport in seiner Glaubwürdigkeit stärker denn je. Zwei Tage nach Bekanntwerden des Falles von Tour-de-France-Sieger Floyd Landis gestand 100-m-Weltrekordler Justin Gatlin (beide USA), er sei am 22. April ebenfalls positiv auf Testosteron getestet worden. Der Olympiasieger und Weltmeister steht als potenzieller Wiederholungstäter vor einer lebenslangen Sperre. Das bestätigte der Leichtathletik-Weltverband IAAF mit dem Hinweis, Gatlin werde dann auch den drei Wochen nach dem positiven Test erzielten 100-m-Weltrekord in 9,77 Sekunden verlieren.

Der 24-Jährige beteuert seine Unschuld, und sein Trainer spricht von Sabotage durch eine ihm bekannte Person. Trevor Graham, der im Juni 2003 durch eine an die US-Anti-Doping-Agentur gesandte Spritze den Balco-Skandal um das Designersteroid THG ins Rollen gebracht hatte. "Wir wissen, wer das gemacht hat. Wir versuchen, ihn zu überführen. Wir hoffen, dass uns das gelingt", sagt der Trainer mit Blick auf einen erst entlassenen und danach wieder eingestellten Mitarbeiter seiner "US Sprint Capitol Group".

Gatlin sagte: "Ich bin von der Anti-Doping-Agentur der USA informiert worden, dass ich nach einem Staffelrennen am 22. April positiv auf Testosteron oder einen Testosteron-Ableger getestet worden bin." Weiter heißt es in der schriftlichen Stellungnahme des Doppel-Weltmeisters: "Ich kann dieses Ergebnis nicht erklären, ich habe niemals wissentlich verbotene Substanzen zu mir genommen oder eine andere Person autorisiert, mir solche Substanzen zuzuführen."

Die Dopingprobe war Gatlin nach den Kansas-Relays-Staffelrennen im kalifornischen Walnut entnommen worden. Damals hatte er das Quartett Sprint Capitol USA in 38,16 Sekunden zum Sieg geführt. Gatlin hatte zuletzt Starts wegen einer angeblichen Verletzung abgesagt, so auch das geplante Duell gegen Powell am vergangenen Samstag in London.

Gatlin war als 19-Jähriger bereits 2001 bei den US-Juniorenmeisterschaften positiv auf Amphetamine (Aderall) getestet und zwei Jahre gesperrt worden. Zwar erteilte die IAAF dem Sprinter, der das positive Testergebnis als Resultat einer bis in seine Kindheit zurückreichende Medikation erklärt hatte, zum 1. Juli 2002 wieder das Startrecht, drohte Gatlin aber im Wiederholungsfall eine lebenslange Sperre an.

Auch aufgrund dieser Erfahrung, sagte Gatlin am Samstag, sei er noch sensibler dafür gewesen, dass er mit keiner verbotenen Substanz in Berührung kommen konnte: "Denn ich wollte keine Sperre für den Sport riskieren, den ich liebe."

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