1. Startseite
  2. Sport
  3. Mehr Sport

Geld wichtiger als Medaillen

Erstellt: Aktualisiert:

Kommentare

- Es schien eigentlich nicht viel mehr als eine skurrile Idee zu sein, ein nettes Extra vielleicht, als Gernot Weigl in diesem Sommer seine beiden Münchner Vorzeigeveranstaltungen koppelte. 10 000 Euro hatte er seinerzeit für den Mann und die Frau ausgelobt, die in insgesamt längstens fünf beziehungsweise 5:30 Stunden erst beim München Triathlon und dann beim Marathon besteht.

Was beim sommerlichen Triathlon auf dem ehemaligen Bundesgartenschau-Gelände noch mehr eine Randnotiz war, könnte beim am Sonntag anstehenden München Marathon zu einer der Kernfragen werden. Zumindest aber hat der "München Hero", wie Weigl den zusätzlichen Wettbewerb taufte, dem Lauf nicht unbedingt erwartete Namen beschert.

Denn wenn Brigitte Meier, sportpolitische Sprecherin der SPD im Münchner Stadtrat gegen 10 Uhr das Hauptfeld des Marathons auf die Reise schickt, dann sind auch zwei Frauen mit von der Partie, die die Landeshauptstadt dieser Tage normalerweise wohl kaum auf der Rechnung hätten. Die Südtirolerin Edith Niederfriniger und Deutschlands Triathlon-Urgestein Nicole Leder, die nach ihrem Sekundenduell im Sommer nun im Zweikampf nach der Prämie greifen.

Und damit vielleicht ein Stück von der Aufmerksamkeit auf sich ziehen, die man sich beim München Marathon eigentlich von der Deutschen Marathon-Meisterschaft versprochen hatte, die in diesem Jahr erstmals ins Programm des Laufspektakels integriert ist. Doch die für drei Jahre an München gebundenen Titelkämpfe bescherten den Münchnern zwar rund 1000 zusätzliche Teilnehmer, nicht aber die erhofften Zugnummern.

Weil sich die deutsche Marathon-Elite wegen des besonderen Kräfteverschleißes in ihrer Disziplin eben mehr um finanziell lukrative Einsätze denn um nationale Medaillen schert. Überraschungs-Europameisterin Ulrike Maisch etwa sagte schon recht frühzeitig ab, Deutschlands Nummer zwei, Martin Beckmann, ebenfalls. Zuletzt klopfte in Ulrich Steidl der derzeit schnellste Deutsche an (2:16:02 Stunden) - und winkte wieder ab, weil ihm die Münchner Organisatoren kein Startgeld in Aussicht stellen konnten. Womit es wieder einmal die zweite Reihe wird, die sich um die Titel streitet.

Doch wenn schon nicht über die ganz große Klasse, so dürfen sich Weigl und Kollegen immerhin über reichlich Masse freuen. Rund 10 000 Läufer werden sich am Sonntag im Startbereich hinter der Haupttribüne des Olympiastadions drängeln - soviel wie noch nie in München.

Ein Rekord, der freilich nicht ganz unerwartet kommt. So ist in diesem Jahr erstmals auch ein Lauf über die kurze 10 km-Distanz ins Programm integriert, und dieses Zusatzangebot nahmen bislang immerhin 2000 Sportler an, die zumindest auf einem knappen Streckenviertel ein bisschen Marathon-Luft schnuppern wollen. Darunter übrigens doch auch ein großer Name: Triathlon-Star Lothar Leder bereitet sich auf den Münchner Straßen auf seinen Einsatz beim Ironman in Florida vor, der im November ansteht.

Auch interessant

Kommentare