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Gereizte Stimmung beim BVB nach 1:1 gegen Bochum

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- Dortmund - Eine Leistung an der Grenze des Zumutbaren brachte selbst die treuesten Fans von Borussia Dortmund auf die Barrikaden. Mit einem gnadenlosen Pfeifkonzert bedachten sie in der Schlussphase des Revierderbys gegen den VfL Bochum fast jede Aktion der Profis. Das 1:1 (1:1) gegen den Tabellenletzten legte nicht nur spielerische Mängel, sondern auch atmosphärische Störungen offen. In erster Verärgerung heizte BVB-Kapitän Christian Wörns die ohnehin bedenkliche Stimmung weiter an: «Die Unruhe ist unnötig. Wenn sie von Vereinsseite hineingetragen wird, erschwert sie die Arbeit der Mannschaft.»

Der in der Vorwoche nach Krisensitzungen und dem 3:2-Sieg bei Energie Cottbus mühsam zurückgewonnene Vereinsfrieden erwies sich als brüchig. Offenbar sind Team und Trainer noch immer schlecht auf die Clubführung zu sprechen, weil die nach mäßigem Saisonstart zu Recht mehr Leistung und Leidenschaft gefordert hatte. Im Wissen um eine nun lauter werdende Kritik an Bert van Marwijk schlug sich Wörns auf die Seite des Niederländers: «Den Trainer trifft keine Schuld. Ich bin von seiner Arbeit total überzeugt.»

Bleibt auch im Pokalspiel gegen Hannover 96 ein Erfolg aus, droht weiteres Ungemach. Vor allem die mäßige Heimbilanz verärgert die Anhänger: Selbst gegen Teams aus dem unteren Tabellendrittel wie Mainz (1:1), Hannover (2:2) und Bochum blieben in dieser Saison Erfolge aus. Unter der Regie von Bert van Marwijk konnte nicht einmal die Hälfte der Spiele in Dortmund (17 von 38) gewonnen werden. Die von Wörns angestoßene Diskussion über interne Scharmützel ließ den Fußball-Lehrer nur vordergründig kalt: «Das hat doch nichts mit mir zu tun. Zwischen mir und der Mannschaft ist alles gut.»

Auch der dritte Saisontreffer von Ebi Smolarek (35.) nach verdienter Bochumer Führung durch den agilen Theofanis Gekas (30.) konnte die Gemüter nicht beruhigen. Für die wütenden Proteste der Fans äußerte Florian Kringe Verständnis: «Nach solch einer Leistung brennt in Dortmund immer der Baum.» Gleichwohl glaubt der Mittelfeldspieler nach wie vor an eine erfolgreiche Saison: «Platz fünf ist für diese Mannschaft eine realistische Zielsetzung. Daran halten wir fest, so charakterschwach sind wir nicht.»

Anders als in Dortmund hat sich die Lage in Bochum entspannt. Sechs Tage nach der peinlichen 0:6-Heimschlappe gegen Werder Bremen zeigte das Team eine erstaunliche Reaktion. Zur großen Erleichterung von Trainer Marcel Koller, für den die Luft beim Aufsteiger immer dünner geworden war. «Wir wussten, dass es nicht tiefer geht und wir eigentlich nur gewinnen konnten», begründete Torhüter Alexander Bade die wundersame Wandlung.

Nur die fehlende Kaltschnäuzigkeit und eine zweifelhafte Entscheidung von Schiedsrichter Peter Sippel (München), der einem Treffer von Fabio Junior (47.) wegen angeblicher Abseitsstellung die Anerkennung verweigerte, brachte den Aufsteiger um den zweiten Saisonsieg. Nach der ermutigenden Vorstellung hofft Koller auf eine Initialwirkung: «Die Mannschaft war nicht wieder zu erkennen. Nun müssen wir diese Moral mitnehmen in das Pokalspiel gegen Karlsruhe und in die Partie gegen Wolfsburg.»

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